Enterprise 2.0 und der ROI

Februar 12, 2009 um 5:32 pm | Veröffentlicht in Enterprise 2.0, Konferenzen, social networking, Web 2.0 | 9 Kommentare

Ich sitze gerade im Excelsior Hotel vorm Kölner Dom beim inzwischen vierten (es waren schon ABB, Lufthansa, Bayer und jetzt T-Systems) Vortrag auf dem Enterprise 2.0-Forum von Kongressmedia. Gestern fanden im Vorlauf der Vorträge schon 2 halbtägige Seminare statt, wovon ich eines für Fortgeschrittene gehalten habe. (Es gibt auch schon Fotos und Feedback)
Interessanterweise kommt ein Punkt über den auch die 12 Workshopteilnehmer und ich gestern ziemlich ausführlich diskutiert haben heute immer wieder hoch: „Was ist der ROI von Enterprise 2.0?“
Zum einen ist das natürlich kein neuer Punkt, zum anderen gibt es aber leider auch keine neuen „Methoden“ dafür um Managern vorrechnen zu können, dass sich Enterprise 2.0 für ein Unternehmen lohnt.
Natürlich gibt es Ansätze, siehe z.B. das Interview von Andrea Back mit Johannes Müller (ich habe hier schon einmal dazu geschrieben).
Aber es gibt noch keine wirklich funktionierende und ganzheitliche „Methode“ und das hat auch mehrere gute Gründe.
An dieser Stelle möchte ich kurz auf zwei Möglichkeiten eingehen, die vielleicht eine Hilfestellung sein könnten wenn man einem nicht ganz so visionären „Entscheider“ gegenübersteht:
1. Statt mit Quantität lohnt es sich vielleicht einmal mit Qualität zu argumentieren. Hierfür liefert die Arbeit von Alex Warta von Bosch Anregungen, der sich die Frage stellt „Wie kann man die Qualität der Topics auf einem Wiki messen“ und darauf interessante Antworten gefunden hat (erscheint wohl demnächst).
2. Einen anderen Ansatz habe ich heute kurz auf 2 Sätze zusammengefasst gelesen: „“Why should we think about Web 2.0? -> We are touched anyway“.
Das ist meiner Meinung nach die Antwort, die man jemandem geben sollte, der am Sinn von Enterprise 2.0 zweifelt: „Du hast ohnehin keine Wahl. Deine Mitarbeiter nutzen Wikis, Blogs und Social Networks ohnehin schon längst. Zumindest im WWW (und oftmals auch ohne das Wissen des höheren Managements im Unternehmen).“ Damit zusammenhängend sollte man sich als Unternehmen auch überlegen, ob man in der heutigen Zeit wirklich einen attraktiven Arbeitgeber darstellt, wenn man versucht die Mitarbeiter in ihrer Freiheit zu beschränken, anstatt sie in ihrer Zusammenarbeit zu unterstützen. Gerade Beratungsunternehmen haben das offensichtlich erkannt. Dort geht man nicht unbedingt davon aus, dass die Mitarbeiter sich dank Enterprise 2.0 auf einmal wesentlich kooperativer verhalten, etc.. Aber man hat erkannt, dass man -wenn man die fittesten Studenten ins Unternehmen bekommen will- sich nicht die Schwäche erlauben darf kein „Social Network“ zu haben.

P.S.: Danke @Kongressmedia. Gute Orga, nette Atmosphäre und v.a. viele gute und interessante Vorträge.

IBM Beehive: Social Networking im Unternehmen (1/2)

Januar 19, 2009 um 12:27 am | Veröffentlicht in CSCW, Enterprise 2.0, Facebook, Forschung, Konferenzen, social networking, Wissenschaft | 1 Kommentar

In meiner Dissertation beschäftige ich mich im Wesentlichen mit der Frage, welchen Herausforderungen sich ein Unternehmen gegenüber sieht, das Social Networking Services (SNS) im Intranet zur Vernetzung der Mitarbeiter einsetzen möchte (mehr hier (englisch)). Inzwischen habe ich drei Fallstudien erhoben: Accenture People Pages, SAP Harmony und IBM Bluepages.
Bei der IBM gibt es allerdings mehr als ein SNS (für die fast 400.000 Mitarbeiter). Aktuell macht vor allem eine Gruppe um Joan DiMicco (IBM Research Cambridge) von sich reden, die Mitte 2007 den SNS Beehive bei der IBM eingeführt hat.
In den letzten Wochen hat die Gruppe mehrere Forschungsergebnisse bzgl. der Einführung von Beehive auf angesehenen Konferenzen veröffentlicht, u.a. auf der CSCW ’08 und der HICCS ’09. Ich finde die Forschungsarbeit und die Ergebnisse der Jungs und Mädels dort hoch relevant (nicht nur für meine Diss) und die Beiträge sehr lesenswert.
Deswegen fasse ich im Folgenden einmal ein paar wesentliche Erkenntnisse zusammen:
A. Hintergrund
Vorbild für Beehive waren (wie auch in anderen Fällen) Plattformen wie facebook und LinkedIn. A priori war klar, dass an den internen SNS andere Anforderungen gestellt würden.
Es ist wichtig zu wissen, dass Beehive zu einer Zeit entwickelt wurde, als die Bluepages noch keine Möglichkeit zur Vernetzung boten. Trotzdem unterscheiden sich die beiden SNS, da es eine wichtige Idee hinter Beehive ist, keinen klaren Fokus auf das Berufsleben zu setzen, sondern die Grenzen von Arbeits- und Privatleben verschwimmen zu lassen.
Das CSCW-Paper beschäftigt sich mit der
B. Intention und Motivation zur Nutzung von Beehive
Zunächst einmal stellte die Gruppe fest, dass die Mitarbeiter statt dem In-Kontakt-Bleiben mit guten Bekannten (was für Nutzer von offenen SNS, wie facebook, den wichtigsten Grund darstellt) vielmehr am ‚(Wieder-)Entdecken‘ von Kollegen interessiert sind, mit denen sie gemeinsame Interessen oä. verbinden. Die Möglichkeit IBM-Kollegen intensiver kennen zu lernen war für die meisten Befragten wesentlich interessanter, als das Kontakthalten mit Kollegen, mit denen sie zusammenarbeiten.
[Anmerkung: Dazu muss man wissen, dass man als IBM-Mitarbeiter zahlreiche Möglichkeit hat, in Kontakt zu bleiben. Hier muss besonders der IBM-Chat „Sametime“ hervorgehoben worden, aber auch Blogs etc.]
Aus welchen Gründen wollten die Befragten nun Beehive nutzen? DiMicco & Co. fanden drei Hauptmotivatoren:
1. Sie wollten die Kollegen noch besser, persönlicher, kennen lernen. Hier wurde von den Befragten u.a. der hohe Wert persönlicher Fotos und gemeinsamer Erfahrungen (selbe Abstammung, selbe Uni, …) hervorgehoben, die dazu führen, dass man lieber mit einer Person zusammenarbeitet.
2. Einige Befragte waren sich durchaus der positiven Auswirkungen auf ihre Karriere bewusst. Diese vernetzten sich ganz bewusst „mit den richtigen Leuten“ und brachten sich strategisch „in Position“.
3. Für manche Befragte stand nicht das eigene Vorankommen, sondern das Bekanntwerden eines Projektes oder Produktes im Vordergrund.

To be continued.
Fortsetzung folgt in einem weiteren Post…

Über den Zusammenhang von Sprache und Reviewergebnissen in der deutschen Wirtschaftsinformatik(forschung)

November 19, 2008 um 10:03 am | Veröffentlicht in diverses, Forschung, Konferenzen | Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe gestern nachmittag kurz Zeit gefunden zusammen mit unserer studentischen Hilfskraft Stefan alle 139 angenommenen Einreichungen der WI 2009 auf einen einzigen Sachverhalt auszuwerten: Die Wahl der Sprache des Beitrags und die Korrelation mit der „beurteilten Qualität“.

Zum Hintergrund: Die alle zwei Jahre veranstaltete Internationale Tagung Wirtschaftsinformatik ist die größte Fachtagung für Wirtschaftsinformatik im europäischen Raum. Effektiv nehmen an der Konferenz aber fast ausschließlich Forscher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Auf Forscher anderer europäischer Länder trifft man z.B. auf der (englischsprachigen) europäischen Konferenz ECIS.


[Eines vorweg: Dass es eine tolle Sache ist sich dank der „Weltsprache“ englisch auf einer internationalen Tagung mit Menschen aus vielen Ländern austauschen zu können, steht außer Frage, und ist nicht Thema dieses Posts. Mir geht es im Folgenden um einzig um die Tatsache, dass man sich auf einer rein deutschen Konferenz immer mehr englische Beiträge findet.]

Daten:
Ausgewertet haben wir alle angenommenen 139 Beiträge (hier verfügbar). Davon sind 19 für den „Best Paper“ (besten Beitrag) nominiert.

Ergebnisse:
Die Ergebnisse der Auswertung sind mehr als deutlich.
Von 139 angenommenen Beiträgen sind 58 auf englisch verfasst. (= 42%)
Und jetzt: Von 19 für den „Best Paper“ normierten Beiträgen sind 14 auf englisch verfasst. (= 74%)!!
Oder nochmal anders formuliert: Von den deutschen Beiträgen (81) wurden 6% (5) für den „Best Paper“ normiert, von den englischen Beiträgen (58) 24% (14)!

Conclusio:
Aus den Ergebnissen kann man je nach Betrachtungsweise zweierlei Erkenntnisse gewinnen:
Entweder: Eine in der englischen Sprache verfasste Einreichung ist i.d.R. von höherer Qualität.
Oder: Eine in der englischen Sprache verfasste Einreichung wird i.d.R. besser gereviewt.

Oder wie ich glaube: Beides. Ein paar Gedanken dazu:

Es mag tatsächlich so sein, dass jemand, der von seiner Forschung überzeugt ist, sich auch gleich die Mühe macht, den Beitrag zu übersetzen. Vielleicht, weil er mit dem Gedanken spielt den Beitrag später auch noch in einem englischsprachigen Journal zu veröffentlichen. Oder, weil Mitglieder der Forschungsgruppe nicht dt.-sprachig sind. Oder, weil er glaubt Forscher anderer Länder würden sich in den Proceedings der WI umsehen (was ich nicht für ausgeschlossen halte). Und jemand der von der Qualität seiner Arbeit überzeugt ist, ist dies ja vielleicht auch zu Recht.

Gleichzeitig glaube ich aber, dass von zwei (bis auf die Sprache) gleichen Beiträgen von einem dt. Reviewer zu 90% der englisch-sprachige Beitrag bevorzugt wird. Warum? Weil 90% der Reviewer eben nicht 3 Jahre in Boston verbracht haben und nicht die Nuancen in einem engl. Beitrag unterscheiden können, wohl aber in einem deutschen Beitrag? Oder weil man sich als Reviewer leichter von einem englischen Beitrag beeindrucken lässt?
Stimmt diese Hypothese, bedeutet dies, dass man auf einer deutschsprachigen Konferenz (denn das ist die WI, weil es niemanden auf der Konferenz gibt, der einen dt. Beitrag nicht versteht) dazu verleitet ist, nur noch englisch zu publizieren.

Bitte nicht falsch verstehen. Ich finde es völlig legitim auf einer dt. Konferenz einen engl. Beitrag einzureichen. Aber ich sehe es als Problem, dass man mit einem dt. Beitrag auf einer dt. Konferenz potentiell schlechter bewertet wird.

Ich persönlich fände es schade, wenn nur noch auf englisch publiziert wird.
1. Egal, ob man schreibt oder liest: In einer Fremdsprache (auch in der Forschung) gehen immer Nuancen und damit Inhalte verloren.
2. Muttersprachliche Paper lesen geht einfach viel schneller und einfacher. Leider kenne ich keine Untersuchung dazu, aber ich würde die Wette halten, dass bis zu 30% der Produktivität verloren gehen, wenn man sich künftig mit tausenden anderen deutschen Forschern nur noch auf englisch austauschen kann.
3. Ich bin mir 100% sicher, dass es einige (egal ob Forscher oder Studenten) gibt, denen damit eine zusätzliche (Motivations)Hürde in den Weg gelegt wird.
4. Ich mag die deutsche Sprache. 😉

Vielleicht liege ich auch komplett daneben? Freue mich über kritische Kommentare.

P.S.: Unser (deutscher) Beitrag wurde zwar angenommen (*jubel*) und nicht als Best Paper nominiert, aber das war nicht der Grund für die Untersuchung. 😉

P.P.S.: Ich vermute es wurden insgesamt über 600 Beiträge eingereicht (von denen 139 angenommen wurden). Wie die Quote engl./dt. bei allen Einreichungen war, wäre natürlich auch sehr spannend gewesen, ist aber nicht verfügbar.

re:publica 2008 – Die unkritische Masse

April 4, 2008 um 11:48 pm | Veröffentlicht in Konferenzen, social networking | Hinterlasse einen Kommentar

So, die re:publica 2008 ist zu Ende und ich habe Zeit ein paar meiner Eindrücke festzuhalten ohne eine Zusammenfassung der Konferenz geben zu wollen (Für die, die danach suchen: hier gibt’s massig davon).
Zwei Punkte finde ich erwähnenswert:

„Klassentreffen“ statt Visionen
Ich muss der TAZ teilweise recht geben: „Kuscheln“ war angesagt. Es waren selten konträre Sichtweisen zu finden. Finde ich nicht weiter schlimm und war wohl auch so von den Veranstaltern abzusehen. Was mir aber beim Thema Vorträge gefehlt hat, war auch einmal was über die Meinung der Redner zur Zukunft zu hören – wo es hingehen könnte, oder hingehen sollte. Die Vision eben. Es handelte sich schließlich (wirklich) ein Zusammentreffen der deutschen Web-Avantgarde und wenn die nicht wissen wo es hingeht, wer dann. „Gegenseitiges Bauchpinseln“ (wie von der TAZ bemängelt) hab ich persönlich nicht viel entdecken können, nur eben auch sehr wenig Reflektiertes. Die Podiumsdiskussion zur „Zukunft“ der Networks wurde zur Lachnummer, viele andere Vorträge hörten genau da auf wo die Redner erst richtig hätten anfangen sollen. Nach dem Motto: „…Da wollen wir hin, wir sind die ersten, das ist spannend!“. Nein das Gegenteil war der Fall, auf der re:publica war Understatement an der Tagesordnung. Viele Vortragende hatten durchaus sehr spannende Dinge zu erzählen, trotzdem war regelmäßig sinngemäß zu hören: „Das was wir gemacht haben war ja nichts Großartiges“.

Idealismus statt „Geld verdienen mit Blogs“; Aktivismus statt Apathie

Stattdessen war regelmäßig zu merken, dass vieles was vorgestellt wurde aus Idealismus vorangetrieben wurde. Die Podiumsdiskussion zu „Geld verdienen mit Blogs“ reihte sich da sehr schön ein, in viele, viele andere Aktivitäten von denen berichtetet wurde: Don Dahlmann erzählte, er hätte „das mit dem Opel Astra eben mal probiert“. „Weil wir es können“. Das war witzigerweise auch der Titel einer Podiumsdiskussion (u.a. wieder von Don Dahlmann, der bei mir einen sehr sympathischen und kompetenten Eindruck hinterlassen hat) die für mich mit zum Besten zählt was ich gehört habe. Da wurde mal kritisch hinterfragt und es wurden Prognosen gestellt. Vom Schockwellenreiter Jörg Kantel, Stefan Kluge und Prof. Oliver Wrede wurde während dieser Diskussion übrigens immer wieder (implizit) das Problem Medienwahl angesprochen. Also: „Die Leute haben alle Medien zur Verfügung, aber wissen nicht wie sie diese nutzen können“. Und dazu gehört natürlich erstmal sich für ein Medium zu entscheiden.
Nochmal zurück zum Idealismus. Das für mich Besondere an der re:publica war etwas, was ich für mich zunächst als Geschichtenerzählen abgetan habe. Denn die meisten Redner taten eigentlich nichts anderes. Aber sie hatten halt auch was zu erzählen. Im Panel „Advocacy 2.0: Digitaler Aktivismus“ meinte der Greenpeacemensch: „Geht zu Greenpeace, geht zu Aktion Mensch, egal, Hauptsache macht was!“ Doch das brauchte man den meisten Menschen auf der re:publica eben gerade nicht erzählen. Denn die meisten Anwesenden sind sicher eines nicht: „nicht aktiv“.

Die re:publica 2008 war für mich nicht geprägt von außerordentlich überraschenden Erkenntnissen oder Ausblicken (wahrscheinlich auch deswegen, weil alles schon vorher im Web zu lesen war, was die Anwesenden so getrieben haben), sondern von der Tatsache, dass viele wirklich etwas spannendes erlebt hatten. Und das waren wohl (?) auch die Themen, die andere bewegt haben. (vermutlich, finde echt nicht gerade viele Posts zu rp08).

UPDATE: Langsam kommt die Berichterstattung ein bisl ins Rollen. Gut gefällt mir was Thomas Knüwer schreibt. Das deckt sich ziemlich mit meinem Beobachtungen und liest sich auch noch toll.
Und TKnüber schreibt auch über etwas, was ich völlig vergessen hatte: Ja, die re:pulbica war sehr gut organisiert: Das WLAN funktionierte super, das Catering, etc. Das hatte ich schon als selbstverständlich hingenommen, aber das ist es eigentlich nicht. Danke bzw. Lob an die Orga.

P.S.: Wen es interessiert: Mit meinem Vortrag war ich ziemlich glücklich. Der Raum war proppevoll, die Zuhörer waren interessiert und es gab von vielen Seiten tolles Feedback. Die Folien stehen ja auch schon on.

I’m back

Oktober 26, 2007 um 3:29 pm | Veröffentlicht in Konferenzen | 3 Kommentare

Sooo, die letzten 11 Tage war Blog-Auszeit, aber jetzt geht wieder was. Es hat sich auch einiges getan. Zuerstmal: Ich war in den letzten 2 Wochen auf mehreren Veranstaltungen:

* 11.10. – 5. Karlsruher Symposium für Wissensmanagement.
Eine praxisnahe Konferenz mit Vorträgen aus der Wirtschaft und Wissenschaft. Los ging’s für mich mit dem Vortrag von Klaus North zum Thema „Wissensarbeit und Wissensarbeiter: Wie lässt sich Produktivität und Wertschöpfung steigern?“. War sehr interessant mal wieder upgedated zu werden, was sich so im „reinen“ Wissensmanagement (also nicht bei Personalern die sich auf einmal Knowledge Manager nennen, weil Menschen/Personal ja auch Knowledge sind) so tut.
Anschliessend habe ich ihn auch noch persönlich kennen lernen dürfen:
Klaus North (ganz links auf dem Bild)
(Klaus North ist der ganz links von dem man nicht mal den Bart sieht, weil er leider abgeschnitten wurde. Der rechts ist Peter Schnurr der dynamische Geschäftsführer von Ontoprise bzw. einer von zweien).
Für meine Diss. war der Vortrag von Prof. Hendrik Speck „social network analysis – Beziehungsgeflechte im sozialen Netzwerk“ sehr relevant. Dieser war sehr kurzweilig und es wurde sehr viel gelacht, nur war er (nach Meinung meiner Sitznachbarn und mir) ein wenig arrogant bzw. kam so rüber. Und so nehme ich mir mal ebensoviel Arroganz raus und sage, dass der Vortrag für mich leider keine großen Erkenntnisse brachte, ausser, dass Herr Speck seine Folien aktualisieren sollte. Dort war nämlich MySpace noch absoluter Marktführer bei den Social Networks in den USA und Facebook war Herrn Speck nicht einmal ein Bemerkung wert…
Absolutes Highlight war der Vortrag von Prof. Dr. Hermann Maurer, TU Graz mit dem Thema „Die Gefahr des Google Phänomens und anderer Web 2.0 Entwicklungen“. Auch dieser Vortrag war sehr amüsant, auch wenn sein Ausblick in die Zukunft eher duster war. Hoffen wir mal, dass er mit seiner Prognose des allmächtigen Google, das sogar Börsenkurse manipulieren kann nicht recht behält.
Insgesamt war die Konferenz (nach der DLD, WI, M&C, ECSCW wohl meine fünfte und letzte in diesem Jahr) zwar nicht die mit dem höchsten Informationsgehalt, aber schätzungsweise (mit der M&C) die mit der nettesten Atmosphäre. Klein und fein. Das ist sowieso meine bisherige Erkenntniss aus den letzten Events: Es muss nicht immer eine Massenveranstaltung sein. Aber da werde ich wohl nicht der erste sein.

*24.10. Lotus Collaboration Summit im Mercedes Benz-Museum in Stuttgart

Eigentlich eine Veranstaltung auf der IBM die neuen Lotus-Produkte vorstellt. Hingefahren sind wir v.a. weil Herr Koch am Power-Lunch: „Kreativität ohne Grenzen – Wettbewerbsvorteil durch Web 2.0?“ teilgenommen hat. Die Diskussion dort war sehr interessant. Besonders gut gefallen haben mir mehrmals die Kommentare von Andreas Hiller (Geschäftsführer, GIS Gesellschaft für Informationssysteme) der überwiegend bei KMU (u.a.) Social Software einführt. Er stellte klar, dass es gar nicht darum gehe, ob Web 2.0 alter Wein in neuen Schläuchen ist, sondern darum, ob die Kunden mit den Produkten etwas anfangen können oder nicht. „Ich weiss nicht ob man es mir ansieht, aber ich habe momentan sehr viel Spaß an meiner Arbeit“. Einfach nur sympatisch, der Mann. Web 2.0 macht eben „einfach Spaß“. 😉
Der Robert Basic war auch da und schreibt ein bisl was dazu. Robert kam wie immer sehr sympatisch rüber, ging nur in der Diskussion m.E. ein bisl unter. Er brachte ein lustiges Beispiel das von den Teilnehmern des Podiums gerne aufgegriffen, aber wohl nicht von allen gleich verstanden wurde (sinngemäß: „das Wikipedia-Prinzip ist eigentlich schon 50 Mio Jahre alt, aber erst seit ein paar Jahren wird es umgesetzt. Viel zu spät.“). Naja vielleicht lese ich dazu demnächst ja mal wieder was in seinem Blog. Btw die Informatik in München wird (genau) heute 40 Jahre alt. Gerade mal 40 JAHRE! Echt interessant. Erwähnenswert finde ich -neben der Tatsache, dass die ganze Veranstaltung nicht wie eine reine Verkaufsveranstaltung rüber kam, also sehr angenehm- noch den Vortrag von Herrn Prof. Welsch. Rhetorisch absoluter Wahnsinn (v.a. keineswegs typsiches IBM-Denglisch was man allen anderen Präsentationen des Tages ankreiden könnte) und super interessant. Robert schreibt was dazu. Ich versuche mich gerade daran die Folien zu besorgen. Die hatten es echt in sich.
Insgesamt war das Event die Anreise nach Stuttgart auf jeden Fall wert.

Danah boyd und das Web 3.0

März 17, 2007 um 2:04 pm | Veröffentlicht in Konferenzen, social networking, Web 2.0 | Hinterlasse einen Kommentar

Danah Boyd überlegt in ihrem Blog wie denn das Web 3.0 aussehen könnte.
Vorweg 1: Ich finde Ihren Post (wie auch schon vorige) äusserst beeindruckend geschrieben. Nur stimme ich ihr nicht zu. (siehe unten)
A priori 2: Was ich mir zuerst dachte ist: Warum muss man überhaupt ständig darüber diskutieren wie das Web 3.0 auszusehen hat. Jedem ist klar, dass es eine beständige Entwicklung im www gibt und der Marketing-Begriff „2.0“ nur deswegen soviel drive bekam weil sich grundlegende Dinge geändert haben und das ziemlich schnell. Muss man deswegen jetzt alle 3 Jahre von einem neuen www X.0 reden?

Aber dann reden wir halt über Web 3.0:
Zuerstm muss man natürlich wissen, dass Danah aus der Networking Ecke kommt. Deswegen ist Ihr Blick auf das www auch ein wenig (auf networking) eingeschränkt, imho.
Was sie diesbezüglich beschreibt ist die Entwicklung des www von „ego-centric networks“ (People’s „communities“ began being defined by their friends. Ego-centric system are a (mostly) continuous graph.) hin zum world wide WEB of people, not just documents.
Ok, dass die Nutzer im Web 2.0 im Fokus stehen etc. darüber muss man ja auch nicht mehr weiter diskutioneren.
Web 3.0? Das ist in Danah’s Augen das mobile Web 2.0 . Finde ich eigentlich (wenn man versionieren will) ne logische Schlussfolgerung. Sie spricht dann von mobilen Anwendungen und davon, dass es schwierig sein wird Networks mobil abzubilden. Und zweifelt daran, dass es jemals ein freies mobile network geben wird, weil die Mobilfunk-Provider dies verhindern werden: They want to control every byte and every application that can be put on the handsets that they adopt (and control through locking). In short, they want to control *everything*. It’s near impossible to develop networked social applications for mobiles.
Und das sehe ich ganz anders. Ich bin mir sicher, dass auch mobil alles möglich sein wird was im web 2.0 möglich ist und noch deutlich mehr. Dass dies heute noch nicht passiert ist klar. Die Mobilfunkprovider sitzen auf einem sehr hohen Ross. Und solange die Konsumenten ihnen nicht einmal die Grenzen aufzeigen, wird sich daran auch so schnell nichts ändern und diese müssen nicht umdenken. Auf der DLD 2007 ist in einem Mobile-Panel jedoch schon angeklungen, dass einige Firmen diesen Zustand sehr gerne ändern würden. Gerne! Hoffentlich bald… und dann ist das was danah als Web 3.0 sieht und gerne hätte auch bald möglich.

DLD 3 – Resume

Januar 23, 2007 um 11:22 pm | Veröffentlicht in Blogs, Konferenzen, social networking, studivz.net, Web 2.0, XING | Hinterlasse einen Kommentar

Heute war der 3te und letzte Tag der DLD. Für mich war die DLD eigentlich gestern schon wieder zu Ende, weil ich heute nachmittag schon wieder im Audimax stand. Und zwar nüchtern und ohne Kater. Obwohl eines der Highlights der DLD dann gestern abend erst stattfand:
Die BUNTE DLD NIGHTCAP Party. Aber der Reihe nach…
Angefangen hatte der ganze Spaß für mich nämlich am Sonntagabend auf dem

Bloggertreffen.
Ich war ein bisl zu spät und das wird wohl auch der Grund sein, warum ich nix mehr von dem angekündigten Essen bekam. Schade, war nämlich schon mit Hunger aufgeschlagen… Das war aber auch alles was ich den Organisatoren ankreiden würde. Für mich als Beteiligten ist echt nicht nachvollziehbar was im Kopf mancher Leute vorgeht, die z.B. sowas verbreiten

Worein ich dann gestern Abend schneite, war statt dessen ein berufliches DLD-Blogbusinesstreffen: Anzugträger, heftiges Visitenkartengetausche, für das gesponserte (keine Ahnung, von wem) Buffet und Getränke musste man sich einzeln offiziell fotografieren und filmen lassen.

Man musste sich dort weder fotografieren lassen (sondern wurde gefragt, ob es ok ist) noch waren dort viele Anzugträger zu finden. Und selbst wenn… who cares? Visitenkarten habe ich von 2 Leuten auf meine Nachfrage bekommen und was ist denn bitte schlimm daran sich einen Namen einer gerade gemachten „Bekanntschaft“ auf einer Karte geben zu lassen? Und das Sponsoring war sowas von klar kommuniziert…
Das Treffen an sich fand ich ziemlich interessant, endlich bekam man mal die Leute zu sehen von denen man schon das ein oder andere gelesen hat. Das auch an ein paar anderen Stellen so negativ berichtet wurde, hat für mich persönlich das Bloggen bzw. ein paar Blogger ein wenig relativiert. Hauptsache über irgendwas schreiben. Man weiss doch schliesslich so viel. Jemanden blöd hinzustellen bzw. motzen kommt eh immer ganz gut. Und die anderen springen natürlich auch gern mit auf den Zug auf, obwohl sie nicht dabei waren. Den Vergleich mit der Dolchstoßlegende finde ich ganz passend. Und was die Wortwechsel (Kommentare) heute auf diversen Blogs angeht ist sooo peinlich… Echt traurig eigentlich. 😦

Ob die DLD dann auch real life war?
Real waren echte Persönlichkeiten wie Luc Besson oder Lord Norman Foster. Die haben mir am besten gefallen… Der eine hat Witz und Charme, der andere ist ein absoluter Visionär.
Von allen Berichten über die DLD hat mir dieser am besten gefallen…:

Nur ganz kurz meine Eindrücke vom DLD: Hubert Burda geht es gut. Er erzählt von den Erwartungen seiner Mutter an ihn, schweift gutgelaunt in Raissa Gorbatschow-Geschichten ab und singt jetzt schon das zweite Lied auf der Bühne („Muss i denn, muss i denn zum Städele hinaus“ und „Gloria, Gloria Halleluja“), anstatt gemeinsam mit Marissa Mayer einfach wie geplant Catarina Flake von Flickr einen Award für vorbildliches Unternehmertum zu verleihen. Entspannte Stimmung also. Und voll. Wirklich sehr voll. Catering, Organisation: perfekt. Gutes Auditorium, allerdings noch nicht die bahnbrechenden Referate. Aber, bitte an dieser Stelle nicht vergessen: DLD, das ist „Digital. Life. Design“, es geht also eher um Unterhaltung gemischt mit der gegenseitigen Bestätigung eines Lebensgefühls, es geht um sehen und gesehen werden und die Gewißheit, zu einer aktuell rund 1.000köpfigen (soviel sind geschätzt vor Ort) Elite zu gehören. Wobei: der gefühlte Investorenanteil liegt bei über 20 Prozent.
DLD, das ist der Bambi für die Internetgeneration. Also fällt nahrhaftes eher zufällig ab, trotz der prominenten Namen auf der Rednerliste.
Jetzt gerade wird BurdaStyle vorgestellt, die Fortführung von Etsy mit den Mitteln eines Modesverlages (der Burda ja eigentlich mal war). Wenn ich das richtig sehe, bildet Burdastyle.com erstmal auf dem amerikanischen Markt die Wertschöpfung im Handarbeitssektor ab: Ein bunter Mix aus Schnitten, Community-Elementen und Abverkauf. Ich mag ja sowas und glaube ja an die Wiederentdeckung der Heimarbeit über Plattformen wie diese.
Jetzt macht Till Brönner erstmal Musi. Na, ob hier wirklich noch was Produktives passiert? Würde mich nicht wundern, wenn sie gleich die Hefegläser hervorzaubern. Ob wir Hamburger von den Münchnern was lernen können?

Ich hab zwar noch ein paar andere Podiumsdiskussionen in Erinnerung. Aber das ist ja immer interessensabhängig und an dieser Stelle sei genug gesagt über die DLD-Konferenz.

Jetzt also zur DLD NIGHTCAP Party
Für die einen war es: „High Society Geplänkel“, „Viel heisse Luft“
Für andere sicherlich: „Networkinggelegenheit“, gewohntes Terrain
Für mich war es: Super spannend, ein paar der Eindrücke zu sammeln, ungewohnter Luxus (überall Bedienungen mit Quiche-„Häppchen“ oä, Mojitos all you can drink), die Gelegenheit ein paar Leute live zu sehen, die man sonst nicht so leicht zu sehen bekommt, aber auch irgendwie ein bisl sehr stressig. Nicht nur wegen den vielen dichtgedrängten Leuten….
Den Bayrischen Hof fand ich schon trotzdem cool *g*:
Pool-Bereich des Bayrischen Hofs
Effektiv ein Riesen-Spaß für einen Abend. Die nächsten Wochen zahle ich auch gern wieder für mein Bier und hab dafür meine Ruhe.
Im Aufzug haben wir dann noch den Veranstalter der DLD getroffen, Dr. Hubert Burda:
HB und Alex
Der gestattete netterweise ein Foto von uns beiden, für meine Mami natürlich… 😉 Die ist nämlich schon seit den 1930ern (oder so) der größte Burdafan.
An dieser Stelle auch danke an Jan Schmidt fürs fotografieren.
So für heute genug geschrieben. Bin mal gespannt was ein paar andere Leute meinen…

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