Enterprise 2.0 und der ROI

Februar 12, 2009 um 5:32 pm | Veröffentlicht in Enterprise 2.0, Konferenzen, social networking, Web 2.0 | 8 Kommentare

Ich sitze gerade im Excelsior Hotel vorm Kölner Dom beim inzwischen vierten (es waren schon ABB, Lufthansa, Bayer und jetzt T-Systems) Vortrag auf dem Enterprise 2.0-Forum von Kongressmedia. Gestern fanden im Vorlauf der Vorträge schon 2 halbtägige Seminare statt, wovon ich eines für Fortgeschrittene gehalten habe. (Es gibt auch schon Fotos und Feedback)
Interessanterweise kommt ein Punkt über den auch die 12 Workshopteilnehmer und ich gestern ziemlich ausführlich diskutiert haben heute immer wieder hoch: „Was ist der ROI von Enterprise 2.0?“
Zum einen ist das natürlich kein neuer Punkt, zum anderen gibt es aber leider auch keine neuen „Methoden“ dafür um Managern vorrechnen zu können, dass sich Enterprise 2.0 für ein Unternehmen lohnt.
Natürlich gibt es Ansätze, siehe z.B. das Interview von Andrea Back mit Johannes Müller (ich habe hier schon einmal dazu geschrieben).
Aber es gibt noch keine wirklich funktionierende und ganzheitliche „Methode“ und das hat auch mehrere gute Gründe.
An dieser Stelle möchte ich kurz auf zwei Möglichkeiten eingehen, die vielleicht eine Hilfestellung sein könnten wenn man einem nicht ganz so visionären „Entscheider“ gegenübersteht:
1. Statt mit Quantität lohnt es sich vielleicht einmal mit Qualität zu argumentieren. Hierfür liefert die Arbeit von Alex Warta von Bosch Anregungen, der sich die Frage stellt „Wie kann man die Qualität der Topics auf einem Wiki messen“ und darauf interessante Antworten gefunden hat (erscheint wohl demnächst).
2. Einen anderen Ansatz habe ich heute kurz auf 2 Sätze zusammengefasst gelesen: „“Why should we think about Web 2.0? -> We are touched anyway“.
Das ist meiner Meinung nach die Antwort, die man jemandem geben sollte, der am Sinn von Enterprise 2.0 zweifelt: „Du hast ohnehin keine Wahl. Deine Mitarbeiter nutzen Wikis, Blogs und Social Networks ohnehin schon längst. Zumindest im WWW (und oftmals auch ohne das Wissen des höheren Managements im Unternehmen).“ Damit zusammenhängend sollte man sich als Unternehmen auch überlegen, ob man in der heutigen Zeit wirklich einen attraktiven Arbeitgeber darstellt, wenn man versucht die Mitarbeiter in ihrer Freiheit zu beschränken, anstatt sie in ihrer Zusammenarbeit zu unterstützen. Gerade Beratungsunternehmen haben das offensichtlich erkannt. Dort geht man nicht unbedingt davon aus, dass die Mitarbeiter sich dank Enterprise 2.0 auf einmal wesentlich kooperativer verhalten, etc.. Aber man hat erkannt, dass man -wenn man die fittesten Studenten ins Unternehmen bekommen will- sich nicht die Schwäche erlauben darf kein „Social Network“ zu haben.

P.S.: Danke @Kongressmedia. Gute Orga, nette Atmosphäre und v.a. viele gute und interessante Vorträge.

8 Kommentare »

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  1. […] wird viel über den ROI von Enterprise 2.0 oder allgemein von Kooperation geschrieben (z.B. NeubibergBlog, Headshift, Enterprise2Open) – … und auch ich bin gestern wieder in eine Diskussion […]

  2. […] gefunden: Enterprise 2.0 und der ROI Verlinken […]

  3. […] Die Diskussion zum ROI des Enterprise 2.0 ist im vollen Gange: siehe beispielsweise im NeubibergBlog, zur Frage nach KPI’s im Communixx Blog, zur Idee einer Enterprise 2.0 Scorecard im […]

  4. Habe gerade das gefunden: http://www.pbwikiroi.com/

  5. Witzig… Hab das gleich mal getwittert.😉 Da würde sich vielleicht echt mal eine DA lohnen…

  6. Netter Bericht von der Veranstaltung. Wichtig erscheint mir der Punkt „Was ist der ROI von Enterprise 2.0?“ und es erstaunt mich nicht, dass der in der Dikussion immer wieder hochkam. Unfair ist aber, Manager einfach als unfähig zu bezeichnen, die sich das vorrechnen lassen wollen – und damit diesen Einwand einfach wegzuwischen. Dass Sie bedauern, dass es keine neuen (oder überhaupt?) Methoden dafür gibt zeigt doch, dass der Aspekt noch nicht genügend aufgearbeitet ist. Das Argument „Mitarbeiter nutzen Wikis, Blogs und Social Networks ohnehin schon längst“ halte ich nicht stichhaltig. Die können das ja gerne tun – aber muss ich als Unternehmen dazu eine eigene Struktur aufbauen und einrichten? Und die dann auch noch warten und kontrollieren? Mehr Einwände gibt es hier: http://tinyurl.com/myc9fg

  7. Danke für den guten Kommentar. Ich habe das „unfähig“ jetzt zwar rausgenommen (weil ich es selber für bisl zu hart empfinde), meine Meinung bleibt aber: Eigentlich ist doch jemand der sich nur eine Kalkulation öffnet auch der, der alle anderen Argumente wegwischt.
    Ich würde nicht sagen, dass der Aspekt noch nicht genügend aufgearbeitet ist, sondern, dass eben nicht alles im Leben schwarz oder weiß ist bzw. sich nur schwer auf ein paar Zahlen herunterbrechen lässt. Im Gegenteil haben sich schon sehr viele Menschen über den ROI (von Wissensmanagement oder von Social Software …) den Kopf zerbrochen.
    Um die Frage zu beantworten: Ja, ich muss, wenn ich konkurrenzfähig bleiben will.
    Im Gegensatz zu ihrem Kommentar finde ich Ihren Artikel auf ZDNET nicht so gelungen. Aber dazu schreibe ich drüben noch was …

  8. […] ausführliche Berichte sind bei frogpond, Joachim Lindner, Alexander Richter und auf Enterprise2Open zu finden, meine Bilder sind auf kongressmedia/flickr zu finden. Ein […]


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