Wieviel Zeit kostet Enterprise 2.0?

Oktober 8, 2008 um 11:50 am | Veröffentlicht in Enterprise 2.0, Web 2.0 | 3 Kommentare

Im Blog Nonprofits vernetzt stellt man sich aktuell die Frage „Wieviel Zeit benötigt man für Web 2.0?“
Zum Post …
In finde die Diskussion im Post interessant, wo es darum geht abzuschätzen, wieviel Zeit man für einen gut geführten Blog investieren muss. Aber an sich werden Äpfel mit Birnen verglichen. Schon die Frage „Wieviel Zeit benötigt man für Web 2.0?“ an sich ist so als würde man fragen, wieviel Zeit braucht man zum leben. Was im Blog beschrieben wird, ist nämlich die Umverlagerung der externen Kommunikation, aber noch lange nicht, dass man alle Möglichkeiten nutzt, die einem Web 2.0-Tools z.B. zur Zusammenarbeit bieten. Außerdem wird völlig vergessen, dass es Kommunikationsstrategien auch in NGO schon lange gibt. Das was z.B. ‘Zuhören’ (über über Newsfeeds, Twitter, technorati) genannt wird, tun doch auch NGO (offline) schon seit Jahrzehnten z.B. in Form eines (internen) Pressespiegels. Und die Erstellung eines solchen Spiegels braucht ein vielfaches länger als ein paar Feeds zu abonnieren. Es geht doch vielmehr darum das www überhaupt erstmal auf den Radar zu nehmen.
Und auch beim ‘Partizipieren’ ist m.E. vielmehr die Frage, wie man neue Kanäle zu nutzen kann. Dazu reicht es ja teilweise auch die Pressemeldung zusätzlich auf den Blog zu stellen, das braucht C&P 2 Minuten.
Ob man dann als NGO auch unbedingt in Facebook vertreten sein muss (und wie) ist eine andere Frage. Bevor man sich die Frage stellt, wieviele Stunden man für Online-Communities und Co. investieren will, sollte man sich doch erstmal fragen, was man erreichen will.
Allgemein …
Ich denke die o.g. Diskussion kann man auch auf Enterprise 2.0 übertragen. Stellen wir einmal die ebenso pauschale (und wie o.g. sehr ungenaue) Frage, wie viel Zeit der Einsatz von Social Software in einem Unternehmen kostet. Um diese zu beantworten, muss man erst einmal viele andere Dinge klären:
1. Was will man denn erreichen? (z.B. Experten finden, mehr Austausch unter Mitarbeitern)
2. Mit welchem Medium? (z.B. mit einem corporate Social Network)
3. Wie hat man das Ziel vorher zu erreichen versucht? (z.B. mit Yellow Pages)
Und dann kommt die alles entscheidende Frage wie viel Zusatzaufwand dies Nutzung des Dienstes die Mitarbeiter kostet bzw. ob überhaupt Zusatzaufwand nötig ist oder was man dafür in Zukunft wegfallen lassen kann.
Ich bin sicher, dass man bei einer ganzheitlichen Betrachtung dann oftmals sagen kann: Wir sparen sogar Zeit.
Zurück zu den NGOs …
Und ich bin mir sicher, dass dies auch viele NGO behaupten könnten, wenn Sie Web2.0-Tools statt bisher eingesetzten uneffektiven Tools nutzten.

3 Kommentare »

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  1. Dass man insgesamt Zeit sparen kann, ist absolut richtig. Das Problem dabei ist nur, dass man dazu die Abläufe ändern muss. Und genau daran hapert es in vielen Betrieben, die ein Blog nur ungern in ihr gesamtes Kommunikationskonzept einbetten, sondern es lieber „on top“ sehen.

    Man will da meist erst einmal „ausprobieren“ um zu sehen ob es funktionert. Damit handelt man sich dann aber die viele Arbeit ein, wie sie von Dr. Brigitte Reiser beschrieben wurde und liefert damit schon den internen Kritikern die passenden Argumente, nämlich dass das Ganze viel zu aufwendig in Relation zum Ergebnis ist…

  2. Ich glaube genau die Einstellung „erstmal ausprobieren“ ist das Problem. Ich war vor ein paar Wochen auf einer Konferenz, auf der Anwender von der Einführung eines neuen REP-Systems berichtetet haben. Wenn ich da gefragt hätte „Haben Sie das neue System nicht erstmal ein paar Monate test halber eingesetzt um ggf. auf das alte zurückzugehen?“ hätten die mir den Vogel gezeigt. Ich denke es gibt immer noch eine Riesenlücke: Obwohl viele Unternehmen Blogs & Wikis schon seit Jahren einsetzen (egal ob intern oder extern) und gar nicht mehr wissen, wie es eigentlich vorher ging, gibt es immer noch Leute, die behaupten: „alles nur Hype“. Insofern ist das Problem von Enterprise 2.0 und Co. noch als Spielerei angesehen zu werden. „Es ging ja bisher auch ohne …“

  3. Ich denke, dass die hier aufgeworfene Frage sehr wichtig ist. Klar muss man im eigenen Unternehmen oder bei Kundenprojekten immer fragen: „was koschds, was bringds“. Letztens habe ich bei einer Tagung von unseren Erfahrungen hinsichtlich des eigenen Twittersystem berichtet und die erste Frage war: wird man da nicht ungeheuer abgelenkt? Kostet das nicht zuviel Zeit? Unsere ersten Erfahrungen zeigen dagegen, dass wir weniger physische Arbeitsunterbrechungen (Mitarbeiter steht in Tür und fragt etwas) haben, dafür aber konkrete Nachfragen über die in Twitter angesprochenen Probleme und Fragen zum Beispiel während des Mittagessens oder am Kaffeeautomaten klären.
    Letztlich kann man das aber auch nicht verallgemeinern und kann jetzt allen Leuten sagen, führt ein Twitter-System ein und es funktioniert. Nichtsdestotrotz denke ich, dass E2.0-Tools wirklich helfen, Zeit zu sparen, weil man schneller auf relevante Informationen zugreifen kann.


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