StudiVZ legt (werbetechnisch) los.

Dezember 14, 2007 um 1:41 pm | Veröffentlicht in social networking, studivz.net | 5 Kommentare

Gestern hatte ich wie Millionen anderer StudiVZ-Nutzer eine Mail mit dem Betreff „Aenderung der allgemeinen Geschaeftsbedingungen und der Datenschutzerklaerung“ in der Mailbox:
Liebes studiVZ Mitglied,
damit du das studiVZ-Netzwerk auch weiterhin wie gewohnt und ohne Einschränkungen nutzen kannst, haben wir ab 2008 neue Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und Datenschutzregelungen in Form der Einwilligung in die Verarbeitung personenbezogener Daten. Das ist aufgrund des enormen Wachstums und der Größe unseres Netzwerkes mit mehr als vier Millionen Mitgliedern unbedingt notwendig. Nur so können wir das studiVZ-Netzwerk weiterentwickeln und deine Daten gegenüber unkontrolliertem Missbrauch schützen.


Schade, dass man nach wie vor nicht ehrlich zu den Nutzern ist. Es geht doch gar nicht um das Wachstum von StudiVZ… es geht darum endlich mehr Kohle (durch Werbung) aus der Plattform zu holen.

Das hat nicht nur Don Alphonso erkannt. Sondern auch der SPIEGEL und die SZ

Don Alphonso deckt die Zusammenhänge schön auf, finde ich:
„Geht es nach den neuen AGB, die manche oder die meisten Mitglieder von StudiVZ heute bekommen haben – ich kenne Fälle, die sie nicht erhalten haben – und denen man bis zum Ende der Winterferien zustimmen soll, um nicht rauszufliegen – wird das für Holtzbrinck und sein Skandalstartup aber durchaus möglich sein, und zwar auch über das Abmelden von StudiVZ hinaus.
Bisher galt:
Mit der Abmeldung wird der gesamte unter dem Profil des Nutzers gespeicherte Datensatz vollständig gelöscht.
Im neuen Punkt 3.3 steht dagegen nur noch:
Mit der erfolgreichen Exmatrikulation eines Nutzers ist der Account des Nutzers nicht mehr zugänglich und sind die vom Nutzer in seinem Profil (”Meine Seite”) gemachten Angaben über das studiVZ-Netzwerk nicht mehr einsehbar.
Aber sonst? Nicht mehr einsehbar ist etwas anderes als vollständig gelöscht, und heisst nicht, dass StudiVZ und Holtzbrinck nicht bis ans Ende aller Tage die Daten nicht behalten – und verwerten können.“

Bemerkenswert finde ich, dass es den Nutzern sowas von egal zu sein scheint, was mit ihren Daten passiert… Dazu demnächst mehr wenn wir unsere Umfrage ausgewertet haben.
Passend noch etwas was ich erst auf F8Club gefunden habe:
Typisch für Facebook, erst mal machen, dann mal gucken, dann mal wegducken, dann langsam reagieren, irgendwann dann alles so machen, wie sie es sowieso hätten machen sollen. Eigentlich finde ich das sehr sympathisch, aber wenn es um die Privatsphäre der User geht, sollte vorher mehr geplant werden, damit verspielt man auf Dauer jeden Kredit. Ich glaube allerdings, das wie so oft, die meisten User das null Interessiert, auch wenn sie es interessieren sollte.

Um es nochmal klar zu sagen:

Ich finde es völlig iO, wenn StudiVZ die Daten zum Targeting nutzt. Aber warum kann man das nicht einfach auch so kommunizieren?
Und: Obwohl ich Targeting bzw. die neuen Werbemöglichkeiten, die sich dank SNS bieten durchaus interessant finde, graut es mir vor dem was StudiZ vorzuhaben scheint:
„Zudem erkläre ich mich einverstanden, dass studiVZ meine personenbezogenen Daten nutzt, um mir Marketing-Mitteilungen unter Verwendung elektronischer Post zuzusenden (z.B. zum Versand von E-Mails an die von mir für die Nutzung des StudiVZ-Netzwerkes verwendete E-Mail-Adresse, SMS-Werbung an die von mir hinterlegte Mobilfunk-Rufnummer sowie von Nachrichten mit werbendem Charakter über den Nachrichtendienst von studiVZ oder einen von mir angegebenen Instant-Messenger).“
Ok, danke für den Hinweis. Habe ich jetzt mal alles gelöscht (bis auf die E-Mail-Adresse, das geht natürlich nicht). Und das kann ich nur auch jedem anderen empfehlen….

UPDATE: Robert Basic meldet sich mit einem nicht ganz so kritischen Post zu Wort. Was mir daran nicht gefällt:
„Das mögliche Brouhaha ist gar nicht mal so dumm, damit weiterhin die Sensibilisierung des persönlichen Datenschutzes steigt, jedoch muss man StudiVZ nicht wirklich was vorwerfen, denn sie ermöglichen es jedem User, dieser vorgesehenen Handhabung einen Riegel vorzuschieben.“
Woher weisst Du denn das, Robert? Du hast doch noch gar nicht gesehen, wie diese „Einstellungen zur Verwendung meiner Daten“ genau aussehen wird, oder?

5 Kommentare »

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  1. das weiß ich nicht, das steht in den Datenschutzerklärungen an mehreren Stellen:

    Ich nehme zur Kenntnis, dass ich, falls der Erhalt von elektronischer Post mit werbendem Charakter von mir nicht mehr erwünscht ist, die Zusendung ablehnen und dem Erhalt der Nachrichten jederzeit widersprechen kann. Hierzu kann ich nach dem erfolgreichen Einloggen in das studiVZ-Netzwerk in der Rubrik “Datenschutz” am Ende des Textes zur Einwilligung in die Verarbeitung personenbezogener Daten meine Einstellungen unter “Einstellungen zur Verwendung meiner Daten” aufrufen und anpassen

  2. Ja stimmt, das hab ich schon gelesen.
    Aber StudiVZ wäre nicht StudiVZ, wenn man diese „Einstellungen“ nicht so gestalten würde, dass man trotzdem möglichst vielen Studenten Werbung schicken kann. Denn -obwohl den Studis der Datenschutz egal zu sein scheint- auf Werbung hat trotzdem keiner Bock… „Schau mer mal“.

  3. bin ja auch gespannt, wie versteckelt und verkompliziert das wird.Würde mich arg wundern, wenn man das auf der Startseite fett nach der Anmeldung sieht:))

  4. […] In Web 2.0, studivz.net | Vermutlich aufgrund zahlreicher (teilweise sehr kritischer) Berichte in Zeitungen (SZ, Spon, Welt) und Blogs (z.b.) hat StudiVZ reagiert und seinen (Millionen) Nutzern vor 2 Stunden […]

  5. Krieg in der Welt der Social Networks: Facebook vs. StudiVZ

    Ruhige und besinnliche Weihnachten? Nicht hinter den Türen von Facebook und StudiVZ, denn man rüstet auf – in beiden Lagern. Beide “Streitkräfte” sind ohne ernstzunehmende Feinde im eigenen Lande tätig und scharren …


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