Ermittlungen im StudiVZ
März 27, 2008 at 3:11 Uhr nachmittags | In Die bösen Medien, social networking, studivz.net | 1 CommentIn einem Artikel schreibt die TAZ darüber, wie die Bildzeitung “privateste Daten und Fotos” der Nutzer dankend gern verwendet:
Als Anfang März in Hamburg beinahe eine Lufthansa-Maschine abgestürzt wäre, “enthüllte” Bild “das traurige Geheimnis der schönen Pilotin” auf ihrer Titelseite - ein Blick ins StudiVZ reichte, um herauszufinden, was die Hobbies und Vorlieben, was die Ängste von “Maxi J. (24)” waren. Die passende Bebilderung? Lieferte ein einfacher Klick auf das private Fotoalbum, das die Pilotin auf der Online-Plattform veröffentlicht hatte. In anderen Fällen ging die Berichterstattung weit darüber hinaus. Als im Januar etwa eine junge Frau bei einem Ski-Unfall ums Leben kam, druckte die Bild am Sonntag nicht nur ein dort gepostetes Foto der Frau ab - sondern zählte auch ihre Kontakte bei StudiVZ, um sie als “sehr beliebt” zu charakterisieren und nannte ihre liebsten Schulfächer.
Dieser “Datenklau der Boulevard-Blätter” wird zurecht kritisch hinterfragt.
Dazu fallen mir 2 Dinge ein:
1. Die Bild hat ihre Informationen über betroffene Personen früher auch ohne StudiVZ bekommen und daraus entsprechend kapitale Artikel gemacht. Geändert hat sich doch eher, dass die Nutzer es jetzt mehr in der Hand haben, was andere über sie erfahren. Die Jugendlichen sollten lediglich mehr dafür sensibilisiert werden, was online gehört und was nicht.
2. Die “freiwillige Selbstenthüllung” (Artikel der SZ dazu) der Jugendlichen hat auch schon sehr positive Auswirkungen gehabt. Deutschlandweit setzen z.B. Staatsanwälte SNS (z.B. besonders Lokalisten) ausgesprochen erfolgreich dazu ein, um Beteiligte an Schlägereien, Überfällen, etc. zu finden. Dabei ist es absoluter Standard in den Staatsanwaltschaften geworden, die Opfer zunächst auf gängige SNS anzusetzen, um dort nach Fotos der Täter zu suchen.
In der Taz wird übrigens folgendes Fazit gezogen:
“Denjenigen, die weder beim Staatsanwalt noch in der Bild-Zeitung ihre Marihuana-Abende rechtfertigen wollen, bleibt daher nur eines: Nie wieder Gruscheln.”
Oder sich einfach nicht beim Kiffen fotografieren lassen? Oder einfach aufhören zu kiffen?
Erste Ergebnisse der Umfrage auf kooperationssysteme.de
Februar 18, 2008 at 12:49 Uhr vormittags | In Facebook, Wissenschaft, social networking, studivz.net | No CommentsZwei Tage später als geplant habe ich heute Abend den ersten Zwischenbericht zur SNS-Umfrage online gestellt. Hier lang.
Ach nein, wie romantisch: Heiratsanträge per Internet-Plattform
Februar 14, 2008 at 10:17 Uhr nachmittags | In social networking, studivz.net | 2 CommentsDarf denn das wahr sein. Beim StudiVZ bleibt man sich treu
Wenn Bischof Valentin das noch erlebt hätte….
Hier lang. Danke an Sven für den Hinweis.
P.S.: Zwar nicht deswegen, aber immerhin: StudiVZ hat ne Abmahnung erhalten.
“Digitaler Selbstmord”
Februar 3, 2008 at 7:21 Uhr nachmittags | In Facebook, XING, social networking, studivz.net | No CommentsAha, aha:
“Drei Jahre habe ich mich in den Netzen von StudiVZ, Facebook und Xing verstrickt. Ich gehörte zwar nicht zu jenen Nackedeis, die sich online komplett entblößen und ihre Privatsphäre ins Internet stellen. Und trotzdem: Ich habe gratuliert, geschrieben, gegruschelt, genetzwerkt, gemustert, gelästert, gelacht. Das ist ab heute vorbei. Ich steige aus.”
Glaub ich so nicht. Ich wette um ein Abendessen (mit der jungen “Digital-Selbstmörderin”
Spaß!- das mit dem Abendessen), dass diese sich noch innerhalb dieses Jahres in einem neuen (oder alten) SNS wiederfindet.
Spätestens wenn sie den ersten Geburtstag eines (zweit-dritt-)”besten” Freundes verschwitzt hat, wird sie ihren Entschluss verfluchen… ![]()
Aber so oder so: Echt nett zu lesen.
Danke für den Hinweis, Basti.
Verloren
Januar 28, 2008 at 11:57 Uhr nachmittags | In Facebook, social networking, studivz.net | 2 Comments“StudiVZ has lost the plot”. Marcel Weiß hat in seinem Blog die aktuelle Lage rund um StudiVZ zusammengefasst. Ein exzellent geschriebener Artikel und zu 98% das was ich mir gedacht habe, als ich das -auch referenzierte- FAZ-Interview von StudiVZ-Chef Riecke gelesen habe. Super finde ich, dass u.a. eine Riecke-Aussage zitiert wird, wo ich auch den Kopf geschütelt habe:
“Dann sollen alle Entwickler mal programmieren und die beste Anwendung soll sich auf der Plattform durchsetzen. Dieser letzte Punkt war der ursprüngliche Facebook-Weg. Das hat zu einer Vielzahl von Applikationen geführt. Wir sind nicht überzeugt, dass die Nutzer sie alle haben wollen.”
Kurz und bündig die Antwort von Weiß: “Man kann natürlich argumentieren, dass 95% der Windowsprogramme kein oder kaum ein Windowsnutzer braucht. Stimmt. Ist dann aber die daraus gezogene logische Schlussfolgerung, dass ein Windows die optimale Lösung ist, bei dem Microsoft bestimmt, welche Programme darauf laufen dürfen?”
Früher hat man sich bei StudiVZ darauf beschränkt Facebook einfach zu kopieren, da ging nicht so viel schief. Jetzt meint man, man würde die Networking-Welt besser verstehen als Facebook.
Und dann baut man eine zweite Plattform neben StudiVZ? Und vergleicht ein Social Network mit dem Ipod? Da würde er mal lieber das I-Phone hernehmen, wo alles schön integriert ist, dann würde man meinen er hat irgendwas verstanden.
Aber ich gebe es gerne nochmal zu. I may not be immaculate: Meine Einschätzung vor 7 Monaten bzgl. Facebook vs. StudiVZ war grundfalsch. Konnte ich auch wissen, dass Facebook abgeht wie ne Rakete, während StudiVZ monatelang nichts zustande bringt ausser die Plattform mit Werbung zuknallen? Und dann so ein Interview… das wird echt spannend die nächsten Monate.
(Network) Kleinkram
Januar 10, 2008 at 12:35 Uhr nachmittags | In Facebook, Facebook-Apps, social networking, studivz.net | No Comments- Die Gruppe “Six Degrees Of Separation - The Experiment” hat im Facebook inzwischen 3,8 MIO Mitglieder. Nachdem die ersten meiner Kontakte schon wieder austreten denke ich viel mehr werden es nicht werden, aber ich finde es eh schon erstaunlich, dass man aufgrund der Vernetzung in Facebook mehrere Mio Menschen wirklich erreichen kann. Ich selbst bin übrigens nicht Mitglied, weil ich das Gefühl hatte, dass der Gründe (Steve Jackson) mit der Gruppe seine Bücher vermarkten wollte. Wenn das nicht gewesen wäre, wer weiss vielleicht hätte die Gruppe dann schon 5 Mio Mitglieder…
- Manche Phänomene lassen sich einfach beliebig übertragen. Z.B. die Tatsache, dass Menschen jeden Alters einfach gerne “Quatsch weiterleiten”. Das gab (und gibt) es bei Mails (”Leite diese Mail weiter und man wird Dir 10 Euro für jede Mail auf Dein Konto überweisen”) und das gibt es erst recht in Facebook. Ob “Funwall” oder “Superwall”… alle die “tollen” Pinnwände bieten in Facebook die Möglichkeit einen erhaltenen Eintrag weiterzuleiten und so viele andere Personen zu beglücken. Und es ist unglaublich, wie viele Erwachsene (und gerade auch Personen die im Bereich IT forschen!
diesen “Leite die Nachricht weiter und schau was passiert”-Käse mit machen. Naja es gibt schlimmeres und es lebe der Information Overload.
- Seit heute kann man StudiVZ nicht mehr nutzen, wenn man den AGB nicht zugestimmt hat. Ich würde ja gerne darüber berichten wie viele Mitglieder nun tatsächlich ausgetreten sind, aber ich habe den AGB selber noch nicht zugestimmt… werde ich in den nächsten Tagen zwar nachholen, aber vorerst habe ich mir Zustimm-Abstinenz erteilt. Dazu bald mehr…
Ein paar Zahlen…
Januar 5, 2008 at 12:08 Uhr nachmittags | In social networking, studivz.net | 4 Comments…allerdings (noch) nicht aus der Umfrage, sondern aus (m)einer kleinen Privaterhebung der letzten Tage, die ich jetzt einfach mal zum Thema “Datenschutz und Vertrauen in SNS” für meine Diss festhalte:
In den letzten 15 Tagen haben meine (ursprünglich) 152 Kontakte im StudiVZ folgendes gemacht:
- 2 sind ausgetreten.
- 39 (!!) haben viele oder alle Kontakinformationen gelöscht, aber auch Dinge wie Geburtsdatum, Gruppen,… etc.
- 15 haben zusätzlich Ihren Nachnamen abgekürzt (z.B. R.., R–, …) oder ganz gelöscht (UPDATE 9.1.: JETZT SIND ES 20)
- 9 haben sich zusätzlich einen Phantasienamen gegeben (z.B. Seb Astian)
D.h. einerseits: Rund 55 % haben (noch) gar nicht auf die AGB-Änderung reagiert. D.h. andererseits: Fast 20 % der STUDENTEN waren so verunsichert, dass sie ihren Namen geändert haben oder gleich ganz ausgetreten sind. Und diese Zahlen sind auch noch leicht verfälscht, weil ich viele meiner Freunde die ich Weihnachten getroffen habe, darauf aufmerksam gemacht habe, dass es Quatsch ist den Namen abzukürzen und es lediglich darum geht Werbung eingeblendet zu bekommen.
Ca. 20 % haben die Daten ziemlich vollständig gelöscht: Ich brauche mich also nicht mehr auf StudiVZ verlassen, wenn ich Geburstagserrinnerungen, Kontaktdaten, etc. haben möchte. Toll!
Noch ein paar Zahlen -per jetzt:
- Die Gruppe “Neue studiVZ AGB (12/07) - ich bin dann mal weg!!!” hat 8068 Mitglieder.
- Die Gruppe “Achtung - StudiVZ ändert die AGB!” hat 15889 Mitglieder
- Gruppe “Revolution im Studivz - gegen die neue AGB:” 4210
- Gruppe “Widerspruch gegen die neuen AGB (12/07)”: 5762
und rund 250 weitere kleinere Gruppen beschäftigen sich mit den AGB und haben im Schnitt (grob geschätzt) 20 Mitglieder, d.h. einige haben 10, manche über 500 Mitglieder.
Aber am bemerkenswertesten -eigentlich unfassbar- ist, dass so unglaublich viele Studenten, die vorher praktisch ununterbrochen mehrere Wochen im StudiVZ waren, nicht in der Lage sind mal kurz die AGB (oder “Sekundärliteratur” dazu) zu lesen und stattdessen den Namen ändern, womit sie vielleicht sich und ihren Freunden schaden (die sie suchen), aber doch nicht StudiVZ (die doch nur Werbung einblenden wollen).
P.S.1: Der Gründer der Gruppe “Den AGB zustimmen; Marketing-Studenten eine Zukunft zu bieten!” ist offensichtlich gar kein Marketingstudent. Skandal! ![]()
P.S.2: Anbei noch ein “Gruppenbild”. Es lebe der deutsche Deppenapostroph. Das ist nur eines von über 10 Beispielen wo Gruppengründer der deutschen Sprache nicht mächtig waren. Peinlich, peinlich.
P.S.3: StudiVZ fängt jetzt selber auch das Löschen an. Und zwar mehrere Leute die für Kaiboo Werbung machen und zwar ziemlich unfangreich. Zurecht (die Löschung) wie ich finde.
Studenten können so gemein sein…
Dezember 26, 2007 at 12:30 Uhr nachmittags | In Facebook, social networking, studivz.net | No CommentsDa schuftet man monatelang und will die jungen Leute glücklich machen. Das sind sie zuerst auch… Lob von allen Seiten. Aber dann das. Fallen einem so in den Rücken. Der große Aufstand!
Nein, ich rede glücklicherweise nicht von einer meiner Lehrveranstaltungen. ![]()
Ich rede natürlich schon wieder vom StudiVZ. Aber kann ich was dafür, dass die so viel von sich reden machen: Zuerst die AGB ändern, dann die AGB wieder ändern, dann die Anwälte feuern, …
Bei StudiVZ ist man so mit sich selbst beschäftigt, dass man vergessen hat, wer die Plattform nutzt. Studenten. Das sind junge Männer und Frauen -im Schnitt wohl 23 Jahre alt, die gerne Saufbilder von sich ins Netz stellen und sich private Nachrichten möglichst auf die Pinnwand schreiben, damit auch andere mitlesen können. Nicht nur, aber auch… als Student hat man da natürlich auch einfach keine Zeit groß zu recherchieren. Wenn die Welt sagt, StudiVZ verkauft Nutzerdaten dann wird das schon stimmen… ist ja nicht die Bildzeitung.
Und ist die Studentenwut aufgrund der StudiVZ-AGB-Sünden erstmal entbrannt - passiert sowas:
Zuerst haben viele damit angefangen, Ihre Nachnamen abzukürzen (was jetzt scheinbar nicht mehr geht), sich neue Profilfotos zu “geben” etc.
Nun fangen die Studenten an Gruppen zu gründen…. aber nicht nur ein paar: Ich habe gerade im Schnelldurchlauf um die 200 Gruppen gezählt, die sich mit den neuen AGB befassen. Ein paar davon haben schon über 150 Mitglieder. Die lustigsten einmal anbei:
- Meine letzte Gruppe: Time to say goodbye StudiVZ
- Ich will keine Werbung von StudiVZ in meinen E-Mails haben!!!!
- !! NICHTS WIE WEG - STUDIVZ-BOYKOTT AB 09.01 !!
- zurück zur email - ich bin raus aus studivz, schreibt mir!
- Niemand stirbt ohne das StudiVZ!
- StudiVZ - ALLE RAUS HIER !!!
- Niemand hat die Absicht, Werbung im StudiVZ zu schalten
Es gibt aber auch Gruppen “pro StudiVZ”:
- A. B. - StudiVZ ganz oder gar nicht: GEGEN die aktuell verhäuften Namenskürzungen im VZ!
- StudiVZ ändert die AGBs?Na und?P[zensiert] euch nich so an ihr Hippies
- neue AGB: studivz verkauft uns an Stasi-Nazi-Ausserirdische!!!! (der Gruppentext dazu: studivz wird immer schlimmer!! Nach zuverlässigen Informationen, die ich als Bildzeitungsleser für wahr befinden muss, plant studivz uns an türkische ausserirdische Nazi-Stasi-Agenten zu verkaufen. Auch Mikrosoft und Israel sind in diese miesen pläne verwickelt!!!)
Die letzte Gruppe trifft es eigentlich ganz gut: Was denken die Studenten eigentlich wie sich StudiVZ finanziert? Es gab monatelang genügend und gewichtige Gründe sich bzgl. Datenschutz in die Hose zu machen… dieselben Leute die sich damals weiterhin “sehr offen” präsentiert haben, wollen nun “Schluss machen”, obwohl StudiVZ die AGB angepasst hat und nur noch Banner-Targeting machen will?? Sei dem wie es sei. ![]()
Ich denke so viele werden dann in 2 Wochen doch nicht austreten. Hauptsache es legen sich noch viele einen (Zweit-)Account in Facebook zu…
Und spannend wäre jetzt natürlich auch eine Vorher-Nachher-Betrachtung bzgl. der Einstellung der Studenten zu den Themen Datenschutz und Werbung. Hmmmm, damit können wir demnächst dienen. ![]()
Owei, Studentenprotest im StudiVZ
Dezember 19, 2007 at 4:45 Uhr nachmittags | In Die bösen Medien, social networking, studivz.net | 4 CommentsWeil ich ja jetzt fleissig Facebook erkunde, wäre mir fast entgangen was sich in StudiVZ abspielt. Eine Revolute…
Der ein oder andere Studi scheint sich die neuen AGB doch etwas genauer angesehen haben (oder aufmerksam Zeitung zu lesen) und protestiert jetzt bzw. versucht zu “sabotieren”. Indem er sein Profil ändert.
Ich konnte bisher 2 Arten ausmachen.
1. Stiller Protest: Man benennt seinen Namen um. Entweder in einen Phantasienamen (siehe Screen ganz oben, “Hirschlein”
sehr süß) oder mein kürzt seinen Nachnamen ab (siehe unten).
2. Protest: Man ersetzt sein Foto (Mitte).
Gerade an Variante 1 wird sichtbar wie “verunsichert” die Studis bzgl. Datenschutz bei StudiVZ etc. inzwischen sind. Variante 2 finde ich ziemlich übertrieben, aber das sind u.a. die Auswirkungen des miesen (inzwischen geänderten) Welt-Artikels.
Achja, ich praktiziere übrigens (Spaß-)Variante 3, die aber manche auch schon von Beginn an “genutzt” haben und die eher andere für den Datenschutz sensibilisieren soll. Wirklich effektiv ist sie aber nicht: Ich studier(t)e “Angewandte Kindheitswissenschaften”. ![]()
Facebook kommt / Six Degrees Of Separation - The Experiment
Dezember 19, 2007 at 11:19 Uhr vormittags | In Facebook, Facebook-Apps, studivz.net | No CommentsSeit letztem WE bin ich am Umziehen. Ich bleibe schon in München-Giesing… aber mein privater Social Networking-Hauptsitz wandert vom StudiVz ins Facebook. Und ich muss sagen ich war überrascht, wieviele meiner “Kontakte” ich dort schon wiedergefunden habe…. Wenn man sich dann mal kurz (ein paar Minuten) mit dem ganzen Anwendungs- und Awareness (Newsfeed etc.)-Wirrwarr auseinandergesetzt hat, ist es auch gar nicht soo unübersichlicht und der “Wohlfühlfaktor stellt sich schnell ein”. Diese paar Minuten Aufwand (z.B. für das Einstellen der “privacy”-Funktionen) könnte man ja eigentlich fast als SNS-Customizing bezeichnen.
Bevor ich jetzt aber weiter über Facebook schreibe noch eine kurze Nachlese: Im Juli hatte ich darüber gemutmaßt, dass StudiVZ und Xing sich
(fast) keine Sorgen um eine Konkurrenz durch Facebook machen müssen. Ich gebe zu, dass ich meine Meinung leicht korrigieren muss. Schauen wir uns StudiVZ und Xing doch noch einmal an.
StudiVZ
Obwohl der damalige Post jetzt 6 Monate her ist: Was hat sich bei StudiVz getan? Nichts! Man hat die Plattform nicht weiterentwickelt (zumindest nicht sichtbar) und ist weiterhin für negative Presse gut. [Auch wenn man sagen muss, dass die deutsche Presse es etwas übertrieben hat, die letzte Woche. Warum ist klar: Würden die Nutzerzahlen der SNS und Leserzahlen der Blogs nicht mehr so rasant weiterwachsen, dann könnten die Zeitungen auch wieder mehr vom Kuchen des Online-Anzeigengeschäft abhaben.]
Was StudiVZ jetzt vorhat, Targeting (zielgerichtete Werbung), ist zwar ein logischer Schritt. Die Einführung jedoch nicht soo toll kommuniziert. Und inzwischen gibt es halt doch einige, die abgeschreckt sind. Ausserdem: Womit Facebook StudiVZ m.E. inzwischen klar aussticht: Dass nicht nur Studis, sondern alle Alters- und Bevölkerungsschichten dort auffindbar sind.
Ich will jetzt keine weiteren Prognosen wagen, weil ich nicht weiß was die weiteren Pläne von StudiVZ sind, aber eines ist sicher: Warm anziehen sollte man sich dort auf jeden Fall schon einmal. So faul sind Studenten vielleicht dann doch nicht, dass sie es nicht schaffen sich bei einem neuen Network anzumelden. Und wenn es Facebook demnächst auch noch auf deutsch gibt, ist es mehr als eine Alternative… Oder noch bildlich gesprochen: Facebook ist ein Porsche und inzwischen auch aus deutschen Strassen zugelassen und StudiVZ fängt an zu rosten…
Xing
Bei Xing hat sich schon bisl was getan. Und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass man nicht unbedingt im selben Netzwerk geschäftlich und privat unterwegs sein muss/sollte. Aber auf der ECSCW-Konferenz in Irland gab es da auch andere Meinungen. Folgendes Zitat über den Erfolg von Facebook fand ich z.B. klasse:“You can’t use the BSCW to make party, but you can use Facebook to organise a project.”
Naja, auf jeden Fall bin ich jetzt also zunehmend in Facebook aktiv und dabei es fleissig zu entdecken und stelle fest, dass ich mich doch ganz gut damit abfinden kann, mit mehreren Mio Usern aus der ganzen Welt auf der selben Plattform aktiv zu sein.
Dann ist nämlich sowas möglich:
You are invited to take part in the most ambitious facebook experiment ever…
Using the Six Degrees of Separation theory, I want to see if it’s possible to contact every single person on facebook. The theory states that everybody on this planet is separated by only six other people. (it could be argued that we’re all only six degrees from Larry Page and Sergey Brin - “The Google Guys”… although I’m guessing it’s a lot less than that! LOL).
Dabei handelt es sich um eine Gruppe der innerhalb von 22 Tagen schon mehr als 2,5 MIO (!) User beigetreten sind. Das sind mehr als StudiVZ aktive Nutzer hat. Und das ohne Vermarktung oä, einfach durch “Mund-zu-Mund-Propaganda”. Bisl blöd finde ich, dass der Gründer (Steve Jackson) mit der Gruppe auch seine Romane vermarktet. Aber ansonsten finde ich das Experiment super spannend. Mal sehen wie das weitergeht…
Schade finde ich, dass ich bisher fast keine (ausser im Social Commerce-Bereich) Berichte über sinnvolle Anwendungen in Facebook gibt. Ich hab mir vorgenommen, die nächsten Wochen ab und zu mal was über neue “Applications” in Facebook zu schreiben. Mal sehen was es da zu berichten gibt. ->> Neue Kategorie: “Facebook-Apps”.
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