Facebook und die neuen Terms of Use
Februar 18, 2009 at 10:34 | In Facebook, Web 2.0, social networking | 1 CommentNur um es einmal kurz festzuhalten, v.a. für die, die nicht Facebook nutzen:
Es gibt mal wieder einen Aufschrei in der Facebook-Welt: Man wollte die Terms of Use ändern.
Erst in den letzten Tagen kam dann eine richtige Protestwelle hoch, z.B. bekam die Gruppe „People Against the new Terms of Service (TOS)“ innerhalb von zwei Tagen knapp 70.000 neue Mitglieder.

Nun hat man sich offensichtlich dazu entschlossen, die Terms of Use doch nicht zu ändern, denn seit heute bekommt man als Nutzer beim Einloggen folgende Meldung:

Ich bin mir sicher, dass in den nächsten Tagen in vielen Blogs noch ausführlich über diesen Fall diskutiert werden wird. Zeigt er doch einerseits wieder einmal, dass das Thema Datenschutz eines der wichtigsten Thema rund um Social Networks ist (und bleiben wird) und andererseits, dass man selbst bei Facebook offensichtlich noch nicht gelernt hat die Nutzer und ihre Reaktionen richtig einzuschätzen.
Enterprise 2.0 und der ROI
Februar 12, 2009 at 5:32 | In Enterprise 2.0, Konferenzen, Web 2.0, social networking | 7 CommentsIch sitze gerade im Excelsior Hotel vorm Kölner Dom beim inzwischen vierten (es waren schon ABB, Lufthansa, Bayer und jetzt T-Systems) Vortrag auf dem Enterprise 2.0-Forum von Kongressmedia. Gestern fanden im Vorlauf der Vorträge schon 2 halbtägige Seminare statt, wovon ich eines für Fortgeschrittene gehalten habe. (Es gibt auch schon Fotos und Feedback)
Interessanterweise kommt ein Punkt über den auch die 12 Workshopteilnehmer und ich gestern ziemlich ausführlich diskutiert haben heute immer wieder hoch: „Was ist der ROI von Enterprise 2.0?“
Zum einen ist das natürlich kein neuer Punkt, zum anderen gibt es aber leider auch keine neuen „Methoden“ dafür um Managern vorrechnen zu können, dass sich Enterprise 2.0 für ein Unternehmen lohnt.
Natürlich gibt es Ansätze, siehe z.B. das Interview von Andrea Back mit Johannes Müller (ich habe hier schon einmal dazu geschrieben).
Aber es gibt noch keine wirklich funktionierende und ganzheitliche „Methode“ und das hat auch mehrere gute Gründe.
An dieser Stelle möchte ich kurz auf zwei Möglichkeiten eingehen, die vielleicht eine Hilfestellung sein könnten wenn man einem nicht ganz so visionären „Entscheider“ gegenübersteht:
1. Statt mit Quantität lohnt es sich vielleicht einmal mit Qualität zu argumentieren. Hierfür liefert die Arbeit von Alex Warta von Bosch Anregungen, der sich die Frage stellt „Wie kann man die Qualität der Topics auf einem Wiki messen“ und darauf interessante Antworten gefunden hat (erscheint wohl demnächst).
2. Einen anderen Ansatz habe ich heute kurz auf 2 Sätze zusammengefasst gelesen: „“Why should we think about Web 2.0? -> We are touched anyway“.
Das ist meiner Meinung nach die Antwort, die man jemandem geben sollte, der am Sinn von Enterprise 2.0 zweifelt: „Du hast ohnehin keine Wahl. Deine Mitarbeiter nutzen Wikis, Blogs und Social Networks ohnehin schon längst. Zumindest im WWW (und oftmals auch ohne das Wissen des höheren Managements im Unternehmen).“ Damit zusammenhängend sollte man sich als Unternehmen auch überlegen, ob man in der heutigen Zeit wirklich einen attraktiven Arbeitgeber darstellt, wenn man versucht die Mitarbeiter in ihrer Freiheit zu beschränken, anstatt sie in ihrer Zusammenarbeit zu unterstützen. Gerade Beratungsunternehmen haben das offensichtlich erkannt. Dort geht man nicht unbedingt davon aus, dass die Mitarbeiter sich dank Enterprise 2.0 auf einmal wesentlich kooperativer verhalten, etc.. Aber man hat erkannt, dass man -wenn man die fittesten Studenten ins Unternehmen bekommen will- sich nicht die Schwäche erlauben darf kein „Social Network“ zu haben.
P.S.: Danke @Kongressmedia. Gute Orga, nette Atmosphäre und v.a. viele gute und interessante Vorträge.
IBM Beehive: Social Networking im Unternehmen (1/2)
Januar 19, 2009 at 12:27 | In CSCW, Enterprise 2.0, Facebook, Forschung, Konferenzen, Wissenschaft, social networking | 1 CommentIn meiner Dissertation beschäftige ich mich im Wesentlichen mit der Frage, welchen Herausforderungen sich ein Unternehmen gegenüber sieht, das Social Networking Services (SNS) im Intranet zur Vernetzung der Mitarbeiter einsetzen möchte (mehr hier (englisch)). Inzwischen habe ich drei Fallstudien erhoben: Accenture People Pages, SAP Harmony und IBM Bluepages.
Bei der IBM gibt es allerdings mehr als ein SNS (für die fast 400.000 Mitarbeiter). Aktuell macht vor allem eine Gruppe um Joan DiMicco (IBM Research Cambridge) von sich reden, die Mitte 2007 den SNS Beehive bei der IBM eingeführt hat.
In den letzten Wochen hat die Gruppe mehrere Forschungsergebnisse bzgl. der Einführung von Beehive auf angesehenen Konferenzen veröffentlicht, u.a. auf der CSCW ‘08 und der HICCS ‘09. Ich finde die Forschungsarbeit und die Ergebnisse der Jungs und Mädels dort hoch relevant (nicht nur für meine Diss) und die Beiträge sehr lesenswert.
Deswegen fasse ich im Folgenden einmal ein paar wesentliche Erkenntnisse zusammen:
A. Hintergrund
Vorbild für Beehive waren (wie auch in anderen Fällen) Plattformen wie facebook und LinkedIn. A priori war klar, dass an den internen SNS andere Anforderungen gestellt würden.
Es ist wichtig zu wissen, dass Beehive zu einer Zeit entwickelt wurde, als die Bluepages noch keine Möglichkeit zur Vernetzung boten. Trotzdem unterscheiden sich die beiden SNS, da es eine wichtige Idee hinter Beehive ist, keinen klaren Fokus auf das Berufsleben zu setzen, sondern die Grenzen von Arbeits- und Privatleben verschwimmen zu lassen.
Das CSCW-Paper beschäftigt sich mit der
B. Intention und Motivation zur Nutzung von Beehive
Zunächst einmal stellte die Gruppe fest, dass die Mitarbeiter statt dem In-Kontakt-Bleiben mit guten Bekannten (was für Nutzer von offenen SNS, wie facebook, den wichtigsten Grund darstellt) vielmehr am ‘(Wieder-)Entdecken’ von Kollegen interessiert sind, mit denen sie gemeinsame Interessen oä. verbinden. Die Möglichkeit IBM-Kollegen intensiver kennen zu lernen war für die meisten Befragten wesentlich interessanter, als das Kontakthalten mit Kollegen, mit denen sie zusammenarbeiten.
[Anmerkung: Dazu muss man wissen, dass man als IBM-Mitarbeiter zahlreiche Möglichkeit hat, in Kontakt zu bleiben. Hier muss besonders der IBM-Chat "Sametime" hervorgehoben worden, aber auch Blogs etc.]
Aus welchen Gründen wollten die Befragten nun Beehive nutzen? DiMicco & Co. fanden drei Hauptmotivatoren:
1. Sie wollten die Kollegen noch besser, persönlicher, kennen lernen. Hier wurde von den Befragten u.a. der hohe Wert persönlicher Fotos und gemeinsamer Erfahrungen (selbe Abstammung, selbe Uni, …) hervorgehoben, die dazu führen, dass man lieber mit einer Person zusammenarbeitet.
2. Einige Befragte waren sich durchaus der positiven Auswirkungen auf ihre Karriere bewusst. Diese vernetzten sich ganz bewusst „mit den richtigen Leuten“ und brachten sich strategisch „in Position“.
3. Für manche Befragte stand nicht das eigene Vorankommen, sondern das Bekanntwerden eines Projektes oder Produktes im Vordergrund.
To be continued.
Fortsetzung folgt in einem weiteren Post…
Welche Fragen stellt sich die amerikanische Wissenschaft bzgl. des Einsatzes von Social Networking Services in Unternehmen?
Dezember 18, 2008 at 5:12 | In CSCW, Enterprise 2.0, Wissenschaft, social networking | 2 CommentsAm 9.11. fand im Rahmen der internationalen Konferenz CSCW 2008 ein sehr interessanter Workshop zum Thema Social Networking in Organizations statt.
Das Teilnehmerfeld setzt sich mehr oder weniger aus dem „who is who“ der amerikanischen CSCW-Community im Bereich Social Networking zusammen. Umso trauriger, dass ich die Teilnahme kurzfristig absagen musste.
Trotzdem sind die Beiträge aller Teilnehmer (und unserer) hier online verfügbar. Und noch besser: Joan DiMicco, die den Workshop geleitet hat, hat auch die Ergebnisse der Diskussion der Teilnehmer online gestellt.
Ich finde die Ergebnisse des Workshops (nicht nur für meine Diss.) hoch relevant und habe diese deswegen einmal übersetzt und komplett umstrukturiert. In jedem Fall ist diese, die einzige groß angelegte Sammlung von Forschungslücken, die mir bekannt ist. Nicht alle angesprochenen Themen sind überraschend, aber doch ein paar und vielleicht helfen diese ja auch anderen, die sich mit der Thematik beschäftigen.
(Für alle, die zu faul sind keine Zeit haben alles zu lesen: die spannenden Ergebnisse sind unten bei B,C,D.)
Fehler bitte nicht behalten, sondern kommentieren.
Welche Fragen stellt sich die amerikanische Wissenschaft bzgl. des Einsatzes von Social Networking Services in Unternehmen?
A. Allgemeine Fragen und Forschungslücken (die nicht in B, C, D) vertieft werden
• Wie können SNS genutzt werden um Wissen zu gewinnen? Was sind die Mechanismen für die Erlangung von Wissen?
• Wie erreichen Benutzer ihre Ziele indem Sie SNS nutzen? Welche Bedürfnisse der Nutzer werden durch ein SNS erfüllt (emotionale / soziale / etc)?
• Was unterscheidet SNS von älteren, vorhandenen Technologien? Wie lassen sich bestehende Kommunikations-Theorien auf SNS anwenden? (Das Rad nicht neu erfinden – viele ähnliche (oder gar
dieselben) Probleme wurden schon in der Kommunikationsforschung identifiziert)
• Inwiefern sind SNS anders:
o Allgegenwärtigkeit, Ausmaße, collision, Selbstenthüllung (exposure)
• Verbreitung von SNS-Plattformen, Integration von bestehenden Plattformen
o Organisationen haben zu entscheiden, ob sie ein neues Werkzeug entwickeln und dieses in andere Plattformen integrieren oder ob sie ein vorhandenes externes Werkzeug verwenden
• Datenschutz, Sichtbarkeit, Berechtigungen aus der Benutzerperspektive
• Strategien für die virale Verbreitung
• Jährliche Leistungsbewertungen, Individuelle Effektivität gemessen am SNS
B. Beeinflussende Faktoren bei der Einführung eines SNS
1. Unternehmens-Struktur, Kultur, Hierarchie
2. persönlicher Nutzen aus Website, persönliche Motivation
3. Nutzbarkeit und Anpassbarkeit des Systems für verschiedene Zwecke
4. Netzwerk-Effekte, z. B. durch Verbreitung zunehmende Vernetzung („friending“)
5. Umfang der Website (klein, mittel, sehr groß?)
6. Ansprechende Möglichkeiten und Aufgaben auf der Website
7. Rolle der Gärtner und Evangelisten
8. Notwendigkeit einer kritischen Masse an qualitativ hochwertigen Inhalten
9. E-Mail und andere Push-Technologien um Nutzer zu erreichen
10. Feedback-Schleife für die Nutzer bzgl. ihres Verhaltens und dem anderer
C. Erfolgsmessung: ROI-, Sozial-Kapital, und andere Mehrwerte
• Wie lässt sich der Nutzen von SNS messen?
o ROI, quantitative finanzielle Vorteile (Gewinne / Einsparungen)
o ROI Unterschiede zwischen den Abteilungen eines Unternehmens
o Soziales Kapital & “team health measures”
o Messung von Beziehungen die über „Freundschaften“ hinaus gehen, Messung der Stärke von Beziehungen, Bedeutung der Beziehung im Organisations-Kontext
o Es gibt viele verschiedene Arten zu messen, darzustellen und zu interpretieren
• Festlegung von Erfolgszielen
o Beteiligungsquote, Anteil der viralen Verbreitung Erwartungen und Benchmarks
Verbindungen
o Schwierig den Wert der Vernetzung zu bestimmen, oder gar bilanzierbar zu quantifizieren
o Visualisierung von Beziehungen kann bei der Bewertung hilfreich sein
Ansatz: Wert mit anderen bestehenden Unternehmens-Initiativen verknüpfen
• Social Networking-Fähigkeiten über Facebook Connect mit einem mit einem bestehenden Werkzeug verbinden
Einsatz wenn sich Notwendigkeit zeigt [Ist mir noch nicht ganz klar: 25% adoption tipping point may be a turning point in terms of measurement of success. After this level, becomes part of business?]
D. Moderation und Begleitung, angemessenes Verhalten, Rolle des Management
• Wie wirkt sich Moderation (Kontrolle der Inhalte z. B. bei unangemessenem Verhalten) in einem corporate SNS aus? Welche Rolle spielen policies (Richtlinien)? Welche Konflikte entstehen durch die Überlagerungen von Hierarchien durch Interaktionen in SNS?
o Mit SNS können Organisationen unterschiedliche Nachrichten und Werte vermitteln
o Fragen des Marketings und der Überzeugung (persuasion), redaktionelle Rollen
• Zwei verschiedene mögliche Ansätze: Monitoring vs. Moderation
Was ist unangebracht?
o unterschiedlich je nach Unternehmen und Unternehmenspolitik (bzw. Richtlinien), z.B. bei IBM: „non-enforcement“
o eine mögliche Lösung: extreme Konfigurationskontrollen für die Admins, z. B. bei SelectMinds: viele mögliche Inhalts-Kontrollen, die nach und nach abgeschaltet werden, wenn unangebrachtes Verhalten nicht auftritt
• Kontrollen – Fluch oder Segen?
o Verschiedene Ebenen der Moderationsmöglichkeiten, z. B. Liste „verbotener Worte“
o Forschungslücke!
• Die Grenzen von Verantwortlichkeiten und bzgl. der Awareness sind noch nicht ausreichend erforscht
o Wie wirkt sich Informationsteilung (sharing) auf den Mitarbeiter aus?
o Wer interessiert sich für die Inhalte? Wer sieht was?
Vielleicht nur das Verhalten, das rechtliche Probleme für das Unternehmen mit sich bringt maßregeln, und dafür möglicherweise unangemessenes Geschäfts-Verhalten („business inappropriate“ behavior) ignorieren?
Zuckerberg @ LMU
Oktober 1, 2008 at 6:47 | In social networking | 2 CommentsMarc Zuckerberg (Gründer von Facebook) kommt nächste Woche an die LMU München. Finde ich einerseits super, werde ich mir auch anschauen. Andererseits frage ich mich, wie das auf einmal zustande kommt. Zur DLD hat er bisher immer nur seinen CIO geschickt und auf einmal steht er selber wg. ein paar Hundert Studenten auf der Matte? Ist das ein Zeichen dafür, dass Facebook in Dtl. doch nicht so läuft wie gedacht? Interessant auch, dass man Facebook zum ersten Mal „vorwerfen“ könnte StudiVZ zu kopieren. Was bei StudiVZ die Campus-Captains, sind bei Facebook die Botschafter.
Naja, nicht, dass ich Facebook groß schlecht reden möchte, stehe nämlich auch ziemlich auf das neue Design.
P.S.: Anbei ein paar zusätzliche Infos zum Event:
Ab heute ist es offiziell – der Facebook Gründer Mark Zuckerberg kommt
in der nächsten Woche nach München an die LMU.
Bereits im Jahr 2004 startete Mark mit Facebook das erste
Online-Netzwerk für Studenten. Mit über 100 Mio. Usern ist die Seite
heute die weltweit größte Community und steht jedem offen. Er wird in
seinem Vortrag neben seinen Erfahrungen als erfolgreicher Unternehmer
natürlich auch über die Zukunft von Facebook in Deutschland sprechen.
Die Veranstaltung startet am 8. Oktober um 15.45 Uhr in der LMU am
Geschwister-Scholl-Platz 1 im Raum M 218.
Teilnehmen ist ganz einfach. Melde Dich zunächst bei Facebook an und
bestätige Deine Teilnahme auf der Facebook Event-Seite
http://www.new.facebook.com/event.php?eid=26842989599
Die Anzahl der Plätze ist beschränkt, daher bitte vorzeitig anmelden.
Wenn Du bereits Facebook kennst und Interesse hast, Facebook in
Deutschland zu unterstützen, dann bewerbe Dich hier als Facebook
Botschafter (http://www.smaboo/.de/facebook).
Bei Fragen zur Anmeldung sende einfach eine Mail an Marko Krause
(marko@smaboo.de).
Daimler beeindruckt!
August 7, 2008 at 1:31 | In Blogs, Enterprise 2.0, social networking | 1 CommentIch bin ebenso beeindruckt von zwei Posts im Daimlerblog.
Der erste Post setzt sich kritisch mit einer Plattform namens „Business Innovation Community“ auseinander, die man vor ein paar Tagen bei Daimler eingeführt hat (und die bisher wohl ziemlich gut angenommen wurde). Einerseits interessant von dieser Community zu lesen. Mal sehen in welche Richtung sich diese entwickelt. Andererseits überraschend wie offen auf dem Blog darüber diskutiert wird/werden darf. Und noch besser wird’s, als der Community-Verantwortliche am nächsten Tag in einem zweiten Post sachlich auf die Kritik eingeht und seine „Sicht der Dinge“ schildert.
Der zweite Post trägt dabei den Titel: „Daimler 2.0?“.
Ich würde sagen (zumindest was den Daimler-Blog angeht): JA!!!
Gratulation.
Twitter als virtuelles Fussballstadion
Juni 26, 2008 at 10:25 | In social networking | 2 CommentsNoch ein (vor?)letzter Post bevor ich mich ab 2.7. in den Urlaub schwinge. Thema: Die Fussball-EM. Allerdings will ich nicht über die deutsche Spielweise gestern Abend sinnieren, sondern darüber wie Awareness ein Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen kann.
Nachdem ich gestern wegen einer Erkältung das Halbfinale zu Hause sehen musste und meine Freundin nur hin und wieder (möglichst verständnisvoll;)) von ihrem Buch auf die Mattscheibe geschaut hat suchte ich Anschluß an andere Fußballfans. Und fand ihn: In Twitter!!
Ich muss zugeben, dass ich Twitter in den letzten Wochen eher vernachlässigt habe, v.a. wegen der ständigen Ausfälle. Aber das war gestern schnell vergessen, nachdem ich die ersten Tweets zum Spiel gelesen habe.
Anbei eine Zusammenfassung des Spiels auf Twitter – wir steigen ein in Minute 26 nach dem 1:0 für die Türkei (es ist nur sinnvoll die Tweets zu lesen, wenn man das Spiel gesehen oder eine Zusammenfassung gelesen hat):
Sichelputzer was läuft den sonst noch so außer ein trauerspiel imzdf
TOR
rednix 1:1. jawoll. schweini! #em2008
tknuewer beim jubel fast den kronleuchter abgeraümt
tobybaier Wow, war für eine Erleichterung! Schweini!
mediaocean der pennt doch…. MANNNNNN!
Sichelputzer ich glaube in der Halbzeit gibt es eine ordentliche Standpauke vom jogi
DonDahlmann Bei Eishockeyspielern wird sowas ohne Betäubung zusammen getackert
HALBZEIT
spreeblick Der jüngere, DVD-gewöhnte Sohn muss mitten im Spiel pinkeln gehen: „Mach mal auf Pause, Papa!“. Wenn das so leicht wäre…
Sichelputzer passspiel ins nirvana
rednix blindfisch. schiri. #em2008
Sichelputzer Achtung: blinder Schiri auf dem Feld
RICHTIG RUND GEHT ES ALS DAS TV-SIGNAL WEG IST
rednix aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!!!!!1elf!!!!! störung. #em2008
tknuewer ist überall das bild weg ?
furukama Jetzt muss ein Livetwitterer aus dem Stadion her. Schnell!
heartnsoul DAMN, no TV signal in Kopenhagen!
furukama Radio ist auch ganz nett.
olivert Radio says it is a world wide problem
paulinepauline Oh nein! Wo ist das fussballspiel hin? Ist es in anderen kneipen in kopenhagen auch ausgefallen?
furukama uefa abschaffen. em abschaffen. zdf abschaffen
arimue Als nur Ton da war, hab ich mich nicht so über das Leiden auf dem Bildschirm geärgert. #euro08
tobybaier bild schon wieder weg, scheisse!
mediaocean asynchroner ton…. geil……
TOR
rednix sauber, bela rethy mit hellsehrischen fähigkeiten, wer hätte das gedacht. video laggt. #em2008
mediaocean scheisse!!!!
rednix och nee, von wegen lustiges duell der kleinen. 2:2 #em2008
tobybaier 2:2, es war so klar…
TOR
Sichelputzer grrrrrrrr wie geilllllll
rednix 3:2! wow! #em2008
fwhamm H.E.R.Z.infarkt!
arimue Mein Nachbar dreht durch. Das Haus bebt. So viel Enthusiasmus hätte ich dem gar nicht zugetraut. Juuuubel!! #euro08
rednix alter! ich will bild! ton. alles. #em2008
mediaocean tut mir das jetzt nicht an!!!!!
tobybaier das isses! Deutschland ist im Finale
))) Wow, was für ein Abend…
rednix der drops ist gelutscht. 3:2 für deutschland, morgen gehe ich döner essen. #em2008
Wenn man die Tweets jetzt so im Nachhinein liest kommt es einem nicht so besonders vor. Aber wenn man vor dem Bildschirm mitzittert und dann die Kommentare anderer Twitterati liest, entsteht definitiv etwas, was wir in unseren Veröffentlichungen als Kontextawareness bezeichnen. Ein Bewusstsein dafür, dass andere Personen, egal ob in Hamburg oder in Kopenhagen, auch gerade genauso mitfiebern, wie man selbst. Ich habe jetzt nicht nur das Gefühl andere Twitterati besser zu kennen, sondern weiss auch, dass ich direkt wieder Twitter aufmache, sollte ich wieder mal ein Deutschlandspiel (allein) zu Hause anschauen.
Aber nicht das Finale!! Da zitter ich dann doch lieber in realer Gesellschaft.
Conference on Hypertext and Hypermedia 2008
Juni 23, 2008 at 10:05 | In Konferenzen, social networking | 1 CommentMichael Koch hat mich glücklicherweise auf die o.g. Konferenz aufmerksam gemacht. Für alle die sich ein wenig fundierter mit Social Networks beschäftigen lohnt es sich auf alle Fälle in die Proceedings zu schauen.
Social Networks: Geschäftsmodelle, Nutzerverhalten und Erfolg
Mai 5, 2008 at 10:03 | In social networking | 2 CommentsAuf der Website von Create or Die gibt es seit vorgestern einen sehr gelungenen *hüstel*
Artikel über die Entwicklungen der letzten Monate bei Social Networking Services zu lesen.
Den Artikel habe ich im Februar geschrieben und er sollte eigentlich in die Printausgabe, aber diese ist nicht erschienen.
Für mich ist es aktuell sehr spannend zu sehen, wie die verschiedenen (Online-)Redaktionen von Zeitschriften arbeiten (darüber demnächst mehr). Bei „Create or Die“ hat man z.B. nicht lange gezögert und den Artikel entsprechend redigiert und angepasst und nicht mit mir abgestimmt. Finde ich bis auf 2 Kleinigkeiten von denen ich hoffe, dass man diese noch ändert, nicht schlimm. Ansonsten kann ich wohl eher froh sein, dass noch jemand meinen Text lesbarer gemacht hat und im letzten Absatz auf die aktuellsten Entwicklungen hinweist.
Neuer Goodie von Xing
April 26, 2008 at 11:55 | In Web 2.0, XING, social networking | 1 CommentIch warte weiter vergeblich darauf, dass Xing in der Entwicklung seiner Funktionalitäten einen großen Sprung macht. Gestern hat man zumindest mal wieder eine Miniapplikation geluncht – ein Karten-Mashup das bei Facebook gar nicht der Rede wäre, aber Xing groß und überschwänglich im Blog angekündigt wird.
Ist ganz witzig – siehe Screenshot.

Aber mal ehrlich:
Wir haben im bescheidenen (kostenlosen, eigenentwickelten) Social Network unseres Ehemaligenvereins schon vor rund 2 Jahren Google-Maps integriert. Das ist eine Sache von Minuten. Das weiß auch jeder, der mal versucht hat ein Mashup umzusetzen. Ich finde es peinlich, dass man dann auch noch Mehrwerte an den Haaren heranzuziehen versucht:
The map view (based on Google Maps) gives you background knowledge about your network: Which of my old business acquaintances could I meet with in Chicago next week when I am there for a conference? Where in the world are my contacts at my partner company located?
Tolles Beispiel. Wieviele Nutzer hat Xing denn schon Chicago? 500? Und obwohl ich in Frankreich studiert und gearbeitet habe, habe ich keinen Kontakt von dort in Xing. Warum? Weil man Xing dort nicht nutzt?
Den oben beschrieben Filter kann auch nur Nutzen wer Tags vergeben hat. Wieviele Xing-Nutzer haben das? 10%? Und wie viele von den 10% haben Tags vergeben, deren Informationen sich geographisch auswerten lassen? Wie wäre es gewesen Filter auf Basis der Adressdaten anzubieten?
Wenn man dann Lars Hinrichs argumentieren liest, dass die Nutzungsgebühren zum großen Teil in die Entwicklung neuer Funktionen investiert werden, habe ich als SNS-Fan 2 Möglichkeiten: Laut lachen, oder zum weinen in den Keller. Aufgrund des Wetters entscheide ich mich für Ersteres…
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