Enterprise 2.0 ist tot … es lebe Enterprise 2.0
Dezember 11, 2008 at 5:30 | In Enterprise 2.0, Konferenzen, Wissenschaft, diverses | Leave a Comment‘Vorwort’
Vermutlich geht es jedem bloggenden Doktoranden ähnlich. Je mehr sich die Schlagzahl (bzw. Seitenzahl) der Diss erhört, desto eher fallen andere Dinge unter den Tisch. Und ganz vorne auf der Liste dieser ‘Dinge’ ist halt auch der Blog. Wenn man schon sinnlos Text produziert, dann soll der wenigstens ins Pamphlet. ![]()
Außerdem stimme ich denen zu, die schon lange behaupten, dass sich die Posts reduzieren, wenn man twittert.
Trotzdem möchte ich den Blog nicht sterben lassen. Erstens, weil die letzten (fast) 2 Jahre bloggen schon ziemlich spaßig waren. Und zweitens, weil sich täglich einfach zu viele Besucher auf den Blog verirren und ich mir denke, vielleicht fange ich doch mal noch was mit dem Blog an.
‘Einleitung Haupteil Schluss’
Deswegen werde ich ca. 1,2 pro Monat eher zusammenfassen, was sich so tut. Aktuell tut sich bei uns v.a. beim Thema Enterprise 2.0 was (siehe Titel).
- Wie ich drüben bei CSCM schon geschrieben habe, wird es bald eine zweite Auflage unseres Buches geben, weil sich die erste „zu gut“ verkauft. Deswegen habe ich diese Woche schon mit ein paar Personen telefoniert, die Spannendes rund um die Einführung von Social Software in einem Unternehmen zu berichten haben. Idee ist es, wie in der ersten Auflage, diese auf 1,2 Seiten im Rahmen einer Fallstudie mit ihren Erfahrungen zu Wort kommen zu lassen. Ich freue mich schon darauf, die Cases zu lesen.
- Für die, die mit Enterprise 2.0 nicht so viel anfangen können, haben wir einen Beitrag geschrieben, in dem diese sich eher wiederfinden dürften. „Enterprise 2.0 entlarvt“ ist nun im Web-Magazin “Business Technology” erschienen.
- Konferenztechnisch war im November nicht ganz so viel los (macht gar nix, siehe erste Zeile). Leider musste ich eine Reise zur CSCW08 nach San Diego absagen. Mein einziger Vortrag im letzten Monat (bei einem Symposium der Telekom) hatte trotzdem welches Thema? Na klar, Enterprise 2.0.
Ansonsten sind gerade ein paar Projekte in der Pipeline, auf deren Ergebnisse ich mich schon freue. Eines davon ist mit mixxt und das Ergebnis unserer Mühen wird man auf der Webinale 09 bestaunen können. Mehr dazu demnächst.
Ansonsten heißt es die nächsten 1,2 Wochen erstmal Weihnachten feiern. In diesem Sinne: Allen Lesern eine frohe Vorweihnachtszeit.
Wieviel Zeit kostet Enterprise 2.0?
Oktober 8, 2008 at 11:50 | In Enterprise 2.0, Web 2.0 | 3 CommentsIm Blog Nonprofits vernetzt stellt man sich aktuell die Frage „Wieviel Zeit benötigt man für Web 2.0?“
Zum Post …
In finde die Diskussion im Post interessant, wo es darum geht abzuschätzen, wieviel Zeit man für einen gut geführten Blog investieren muss. Aber an sich werden Äpfel mit Birnen verglichen. Schon die Frage „Wieviel Zeit benötigt man für Web 2.0?“ an sich ist so als würde man fragen, wieviel Zeit braucht man zum leben. Was im Blog beschrieben wird, ist nämlich die Umverlagerung der externen Kommunikation, aber noch lange nicht, dass man alle Möglichkeiten nutzt, die einem Web 2.0-Tools z.B. zur Zusammenarbeit bieten. Außerdem wird völlig vergessen, dass es Kommunikationsstrategien auch in NGO schon lange gibt. Das was z.B. ‘Zuhören’ (über über Newsfeeds, Twitter, technorati) genannt wird, tun doch auch NGO (offline) schon seit Jahrzehnten z.B. in Form eines (internen) Pressespiegels. Und die Erstellung eines solchen Spiegels braucht ein vielfaches länger als ein paar Feeds zu abonnieren. Es geht doch vielmehr darum das www überhaupt erstmal auf den Radar zu nehmen.
Und auch beim ‘Partizipieren’ ist m.E. vielmehr die Frage, wie man neue Kanäle zu nutzen kann. Dazu reicht es ja teilweise auch die Pressemeldung zusätzlich auf den Blog zu stellen, das braucht C&P 2 Minuten.
Ob man dann als NGO auch unbedingt in Facebook vertreten sein muss (und wie) ist eine andere Frage. Bevor man sich die Frage stellt, wieviele Stunden man für Online-Communities und Co. investieren will, sollte man sich doch erstmal fragen, was man erreichen will.
Allgemein …
Ich denke die o.g. Diskussion kann man auch auf Enterprise 2.0 übertragen. Stellen wir einmal die ebenso pauschale (und wie o.g. sehr ungenaue) Frage, wie viel Zeit der Einsatz von Social Software in einem Unternehmen kostet. Um diese zu beantworten, muss man erst einmal viele andere Dinge klären:
1. Was will man denn erreichen? (z.B. Experten finden, mehr Austausch unter Mitarbeitern)
2. Mit welchem Medium? (z.B. mit einem corporate Social Network)
3. Wie hat man das Ziel vorher zu erreichen versucht? (z.B. mit Yellow Pages)
Und dann kommt die alles entscheidende Frage wie viel Zusatzaufwand dies Nutzung des Dienstes die Mitarbeiter kostet bzw. ob überhaupt Zusatzaufwand nötig ist oder was man dafür in Zukunft wegfallen lassen kann.
Ich bin sicher, dass man bei einer ganzheitlichen Betrachtung dann oftmals sagen kann: Wir sparen sogar Zeit.
Zurück zu den NGOs …
Und ich bin mir sicher, dass dies auch viele NGO behaupten könnten, wenn Sie Web2.0-Tools statt bisher eingesetzten uneffektiven Tools nutzten.
Bitkom-Bericht zu Enterprise 2.0
Oktober 1, 2008 at 6:00 | In Enterprise 2.0, Web 2.0 | 1 CommentIch darf mal kurz Herrn Jochen Robes zitieren: „Pünktlich zur KnowTech hat der BITKOM, der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, wieder Stellung bezogen.“
Thema des Berichts: Enterprise 2.0 oder wie man bei Bitkom sagt “der Einsatz von Social-Networking-Plattformen in Unternehmen”.
„Das Positionspapier ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten wird beschrieben, was Enterprise 2.0 als Unternehmensphilosophie ausmacht. [..] Gelebt werden sie gemeinsam von CEO 2.0 und Mitarbeiter 2.0, unterstützt von einer IT, die Altes und Neues verschmilzt. Ein kurzer Readiness-Check soll Interessierten den Einstieg erleichtern.“
Ein kurzer Readiness Check? Das kann doch nicht ernst gemeint sein.
Wenn ich da z.B. vom „Slow Starter“ lese, der über eine niedrige „E-Readiness“ und niedrige „strategische Readiness“ verfügt und dem empfohlen wird „zunächst einen der Parameter mit dem höchsten Quick-Win-Potenzial zu ändern (z.B. Ausbau der IT-Infrastruktur), um dann anschließend weitere Maßnahmen zu ergreifen.“ dann müssen die irgendwas anderes meinen, aber nicht den Einsatz von Social Software im Unternehmen, oder?
Ja, natürlich: Eine Firma ist bereit oder nicht für Enterprise 2.0, ganz klar.
Das lässt sich messen, am Besten in einer 5er-Skala. Gratulation! Es lebe das immerwährende Berater-Buzzword-Bingo!
Auf den ersten 15 Seiten des Berichts sind schon ein paar ganz nette Ansätze dabei zu erklären, was hinter Enterprise 2.0 steht. Aber auch da merkt man schon, wer diesen Bericht schreibt bzw. welche Brille er die ganze Zeit auf hat. Dieselben Leute die vor 5-10 Jahren, die großen Wissensmanager waren und sich immer noch schwer tun zu verstehen, wie das Web 2.0 funktioniert (natürlich nicht alle, Willms Buhse soll ja auch mitgeschrieben haben
.
Und genau daran sieht man, dass „diese Leute“ noch Probleme mit dem Web 2.0 haben. Als Enterprise 2.0 hätten sie nicht nicht so viele Probleme sich einmal hinzustellen und zu sagen: Wir wissen noch nicht alles ganz genau. Das lobe ich mir doch Firmen wie Bosch. Die haben rund um Wikis so viel Know How angehäuft wie kein dt. Unternehmen und sagen trotzdem: Wir wollen von anderen lernen, wir wissen noch längst nicht alles.
Ich finde das deswegen schlimm, weil die Autoren dieses Berichts auch diejenigen sind, die später in die Unternehmen gehen („wir können auch Enterprise 2.0″) und den CIOs etc. erzählen wie Social Software funktioniert, aber am liebsten auch noch ein bisl was vom alten WM-Zeug mitverkaufen wollen. Und am Ende führen die Unternehmen dann irgendeine Kuddel-Muddel-Super-Wissensmanagement-Maschine unter dem Namen Enterprise 2.0 ein und wundern sich, dass es nicht funktioniert. Wo Enterprise 2.0 doch so toll sein soll …
P.S.: Der ganze Bericht ist hier zu finden.
Willkommen im Web 2.0, McKinsey.
August 25, 2008 at 11:53 | In Enterprise 2.0, Web 2.0 | Leave a CommentIch hatte ja schon vor 3 Wochen bei CSCM darüber gebloggt, dass die Unternehmensberatung McKinsey ziemlich genau ein Jahr nach Veröffentlichung der ersten Enterprise 2.0-Studie die Ergebnisse einer zweiten im Juni 2008 durchgeführten Umfrage unter rund 2000 ‘executives from around the world’ veröffentlicht hat.
Nur weil man „high level“ über tausende anderer Unternehmen schreibt, heißt dies aber nicht, dass man auch selber das praktiziert was man predigt. Und so gab es auf der McK-Website bis vor kurzem nicht viel Web2.0-iges zu entdecken. Das hat man nun, Mitte 2008 (!!), geändert und so wurde vor kurzem eine Mail mit dem Betreff „Introducing McKinsey Quarterly Podcasts and RSS Feeds“ an alle Newsletter-Abonnenten verschickt.
Auf der entsprechenden Seite bekommt man dann auch erstmal erklärt, was RSS ist.
Also dann, Gratulation McKinsey. Willkommen im Web 2.0.
Kann man da eigentlich von der McKinsey-Regel sprechen? -> „Wenn die Mcies eine Technologie erstmal selbst einsetzen, dann hat sie sich wirklich durchgesetzt.“
Euroblog 2008
März 12, 2008 at 2:28 | In Enterprise 2.0, Konferenzen, research | Leave a CommentDiesen Freitag (14.3.) werde ich zusammen mit Alexander Warta von Bosch auf der Euroblog 2008 in Brüssel (13.-15.3.) einen Vortrag zum Thema Medienwahl halten. Neben der Fallstudie „Medienwahl bei Bosch“, die wir im Oktober auch auf der Geneme 07 hatten, werden wir diesmal auch konkrete Handlungsmöglichkeiten zur Überwindung dieses Problems vorstellen.
Zur Euroblog:
The Brussels Symposium brings together the latest academic thought with leading edge practice from Europe, the USA and elsewhere to draw new theoretical insights and encourage and shape practitioner innovation and implementation. By identifying and presenting examples of best practice, empirical investigation and new concepts for modelling and understanding the rapid changes in relationship management, EuroBlog 2008 will shape the agenda for social media discussion.
Inzwischen ist auch das vollständige Programm online. Sieht nicht nur sehr international sondern den Themen nach auch vielfältig, insgesamt ziemlich vielversprechend aus.
Hier geht’s direkt zum Registrieren.
Nett: Auch hier gibt’s eine Google Map mit den Vortragenden:
Enterprise 2.0 @ Cebit
März 5, 2008 at 1:11 | In Enterprise 2.0 | 1 CommentIch habe leider noch keinen Bericht von unserem Botschafter auf dem Cebit Enterprise 2.0-Summit, aber bei Martin Koser finden sich bereits ausführliche Berichte dazu. Scheint ja ziemlich interessant gewesen zu sein.
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