Neuer Goodie von Xing

April 26, 2008 at 11:55 Uhr vormittags | In Web 2.0, XING, social networking | 1 Comment

Ich warte weiter vergeblich darauf, dass Xing in der Entwicklung seiner Funktionalitäten einen großen Sprung macht. Gestern hat man zumindest mal wieder eine Miniapplikation geluncht - ein Karten-Mashup das bei Facebook gar nicht der Rede wäre, aber Xing groß und überschwänglich im Blog angekündigt wird.
Ist ganz witzig - siehe Screenshot.

Aber mal ehrlich:
Wir haben im bescheidenen (kostenlosen, eigenentwickelten) Social Network unseres Ehemaligenvereins schon vor rund 2 Jahren Google-Maps integriert. Das ist eine Sache von Minuten. Das weiß auch jeder, der mal versucht hat ein Mashup umzusetzen. Ich finde es peinlich, dass man dann auch noch Mehrwerte an den Haaren heranzuziehen versucht:
The map view (based on Google Maps) gives you background knowledge about your network: Which of my old business acquaintances could I meet with in Chicago next week when I am there for a conference? Where in the world are my contacts at my partner company located?
Tolles Beispiel. Wieviele Nutzer hat Xing denn schon Chicago? 500? Und obwohl ich in Frankreich studiert und gearbeitet habe, habe ich keinen Kontakt von dort in Xing. Warum? Weil man Xing dort nicht nutzt?
Den oben beschrieben Filter kann auch nur Nutzen wer Tags vergeben hat. Wieviele Xing-Nutzer haben das? 10%? Und wie viele von den 10% haben Tags vergeben, deren Informationen sich geographisch auswerten lassen? Wie wäre es gewesen Filter auf Basis der Adressdaten anzubieten?
Wenn man dann Lars Hinrichs argumentieren liest, dass die Nutzungsgebühren zum großen Teil in die Entwicklung neuer Funktionen investiert werden, habe ich als SNS-Fan 2 Möglichkeiten: Laut lachen, oder zum weinen in den Keller. Aufgrund des Wetters entscheide ich mich für Ersteres… ;-)

Hallo Welt

April 14, 2008 at 8:29 Uhr nachmittags | In Uncategorized | No Comments

Nachdem ich mich in den letzten Tagen ein wenig mit Twitter beschäftigt habe, kam der Blog leider komplett zu kurz. Ich weiß noch nicht so genau was ich von Twitter halten soll… Einige andere wissen es schon und haben Cem Basman Interviews dazu gegeben. Dabei finde ich besonders die verschiedenen Nutzungsweisen interessant. Deswegen habe ich einen Diplomanden, der sich mit “Awareness in Social Networking Services” beschäftigt gleich mal auf Twitter angesetzt und ihn gebeten eine Analyse der in den Interviews genannten Nutzungsweisen zu machen. Mal sehen was dabei rauskommt… ;-)
Während ich mich also gerade eher mit Twitter beschäftigte, sind andere dabei das Medium Blog zu entdecken. U.a. darf ich zwei Arbeitskollegen (im weiteren Sinne) in der Blogosphäre begrüßen: Dennis Busch und Sebastian Schäfer. Beide sind (grob) im Bereich Social Software zu Hause bzw. unterwegs und ich bin gespannt auf die kommenden Einträge. Es geht schon lesenswert los.

re:publica 2008 – Die unkritische Masse

April 4, 2008 at 11:48 Uhr nachmittags | In Konferenzen, social networking | No Comments

So, die re:publica 2008 ist zu Ende und ich habe Zeit ein paar meiner Eindrücke festzuhalten ohne eine Zusammenfassung der Konferenz geben zu wollen (Für die, die danach suchen: hier gibt’s massig davon).
Zwei Punkte finde ich erwähnenswert:

„Klassentreffen“ statt Visionen
Ich muss der TAZ teilweise recht geben: „Kuscheln“ war angesagt. Es waren selten konträre Sichtweisen zu finden. Finde ich nicht weiter schlimm und war wohl auch so von den Veranstaltern abzusehen. Was mir aber beim Thema Vorträge gefehlt hat, war auch einmal was über die Meinung der Redner zur Zukunft zu hören - wo es hingehen könnte, oder hingehen sollte. Die Vision eben. Es handelte sich schließlich (wirklich) ein Zusammentreffen der deutschen Web-Avantgarde und wenn die nicht wissen wo es hingeht, wer dann. „Gegenseitiges Bauchpinseln“ (wie von der TAZ bemängelt) hab ich persönlich nicht viel entdecken können, nur eben auch sehr wenig Reflektiertes. Die Podiumsdiskussion zur „Zukunft“ der Networks wurde zur Lachnummer, viele andere Vorträge hörten genau da auf wo die Redner erst richtig hätten anfangen sollen. Nach dem Motto: „…Da wollen wir hin, wir sind die ersten, das ist spannend!“. Nein das Gegenteil war der Fall, auf der re:publica war Understatement an der Tagesordnung. Viele Vortragende hatten durchaus sehr spannende Dinge zu erzählen, trotzdem war regelmäßig sinngemäß zu hören: „Das was wir gemacht haben war ja nichts Großartiges“.

Idealismus statt „Geld verdienen mit Blogs“; Aktivismus statt Apathie

Stattdessen war regelmäßig zu merken, dass vieles was vorgestellt wurde aus Idealismus vorangetrieben wurde. Die Podiumsdiskussion zu „Geld verdienen mit Blogs“ reihte sich da sehr schön ein, in viele, viele andere Aktivitäten von denen berichtetet wurde: Don Dahlmann erzählte, er hätte “das mit dem Opel Astra eben mal probiert”. „Weil wir es können“. Das war witzigerweise auch der Titel einer Podiumsdiskussion (u.a. wieder von Don Dahlmann, der bei mir einen sehr sympathischen und kompetenten Eindruck hinterlassen hat) die für mich mit zum Besten zählt was ich gehört habe. Da wurde mal kritisch hinterfragt und es wurden Prognosen gestellt. Vom Schockwellenreiter Jörg Kantel, Stefan Kluge und Prof. Oliver Wrede wurde während dieser Diskussion übrigens immer wieder (implizit) das Problem Medienwahl angesprochen. Also: “Die Leute haben alle Medien zur Verfügung, aber wissen nicht wie sie diese nutzen können”. Und dazu gehört natürlich erstmal sich für ein Medium zu entscheiden.
Nochmal zurück zum Idealismus. Das für mich Besondere an der re:publica war etwas, was ich für mich zunächst als Geschichtenerzählen abgetan habe. Denn die meisten Redner taten eigentlich nichts anderes. Aber sie hatten halt auch was zu erzählen. Im Panel “Advocacy 2.0: Digitaler Aktivismus” meinte der Greenpeacemensch: “Geht zu Greenpeace, geht zu Aktion Mensch, egal, Hauptsache macht was!” Doch das brauchte man den meisten Menschen auf der re:publica eben gerade nicht erzählen. Denn die meisten Anwesenden sind sicher eines nicht: “nicht aktiv”.

Die re:publica 2008 war für mich nicht geprägt von außerordentlich überraschenden Erkenntnissen oder Ausblicken (wahrscheinlich auch deswegen, weil alles schon vorher im Web zu lesen war, was die Anwesenden so getrieben haben), sondern von der Tatsache, dass viele wirklich etwas spannendes erlebt hatten. Und das waren wohl (?) auch die Themen, die andere bewegt haben. (vermutlich, finde echt nicht gerade viele Posts zu rp08).

UPDATE: Langsam kommt die Berichterstattung ein bisl ins Rollen. Gut gefällt mir was Thomas Knüwer schreibt. Das deckt sich ziemlich mit meinem Beobachtungen und liest sich auch noch toll.
Und TKnüber schreibt auch über etwas, was ich völlig vergessen hatte: Ja, die re:pulbica war sehr gut organisiert: Das WLAN funktionierte super, das Catering, etc. Das hatte ich schon als selbstverständlich hingenommen, aber das ist es eigentlich nicht. Danke bzw. Lob an die Orga.

P.S.: Wen es interessiert: Mit meinem Vortrag war ich ziemlich glücklich. Der Raum war proppevoll, die Zuhörer waren interessiert und es gab von vielen Seiten tolles Feedback. Die Folien stehen ja auch schon on.

Aus Bloggern werden Follower

April 4, 2008 at 10:28 Uhr nachmittags | In Blogs, Konferenzen | No Comments

Bevor ich gleich zu meinem re:publica-Rundumschlag aushole ;-) möchte ich noch kurz auf das Twitter-Phänomen eingehen. Meiner Ansicht nach war Twitter der heimliche Star der letzten Tage. Denn geschätzte 80% der Teilnehmer sind auch im Twitter zu finden. Man redete nur nicht darüber, dass man twittert, man tat es einfach. Sehr Viele hatten gleich zu Beginn an einem Stand vorbeigeschaut, wo man sich einen Button mit seinem Twitter-Profilbild anfertigen lassen konnte, um von den eigenen Twitter-Followern (Abonnenten) erkannt zu werden und vice versa. Gleich am ersten Abend veranstaltete dann z.B. Sascha Lobo eine Party für seine Follower. Und es sieht auch so aus, als hätte Markus Beckedahl am Ende recht behalten und es wurde dieses Jahr weniger über die re:publica gebloggt, weil viele Teilnehmer ihr „Mitteilungsbedürfnis“ schon über Twitter gestillt hatten. Der Schmerz der Veranstalter darüber dürfte sich in Grenzen halten, das mediale Interesse war auch so groß wie nie. Übrigens war heute sogar im Provinzblatt schlechthin, der Augsburger Allgemeinen, ein Artikel. ;-) Trotzdem ist es natürlich bemerkenswert, dass die ach-so-simple Anwendung Twitter damit einen guten Teil der Sichtbarkeit der Konferenz (auf einen Personenkreis) beschränkt hat. Nachdem mir auch nach längerem Nachdenken kein Argument eingefallen ist, warum ich Twitter nicht endlich auch nutzen sollte, bin ich jetzt einfach mal ziemlich verspätet auf den Zug aufgesprungen und freu mich schon auf diverse Experimente. Mein account ist übrigens: arimue ;-)

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