Facebook kommt / Six Degrees Of Separation – The Experiment
Dezember 19, 2007 at 11:19 | In Facebook, Facebook-Apps, studivz.net | Leave a CommentSeit letztem WE bin ich am Umziehen. Ich bleibe schon in München-Giesing… aber mein privater Social Networking-Hauptsitz wandert vom StudiVz ins Facebook. Und ich muss sagen ich war überrascht, wieviele meiner „Kontakte“ ich dort schon wiedergefunden habe…. Wenn man sich dann mal kurz (ein paar Minuten) mit dem ganzen Anwendungs- und Awareness (Newsfeed etc.)-Wirrwarr auseinandergesetzt hat, ist es auch gar nicht soo unübersichlicht und der „Wohlfühlfaktor stellt sich schnell ein“. Diese paar Minuten Aufwand (z.B. für das Einstellen der „privacy“-Funktionen) könnte man ja eigentlich fast als SNS-Customizing bezeichnen.
Bevor ich jetzt aber weiter über Facebook schreibe noch eine kurze Nachlese: Im Juli hatte ich darüber gemutmaßt, dass StudiVZ und Xing sich
(fast) keine Sorgen um eine Konkurrenz durch Facebook machen müssen. Ich gebe zu, dass ich meine Meinung leicht korrigieren muss. Schauen wir uns StudiVZ und Xing doch noch einmal an.
StudiVZ
Obwohl der damalige Post jetzt 6 Monate her ist: Was hat sich bei StudiVz getan? Nichts! Man hat die Plattform nicht weiterentwickelt (zumindest nicht sichtbar) und ist weiterhin für negative Presse gut. [Auch wenn man sagen muss, dass die deutsche Presse es etwas übertrieben hat, die letzte Woche. Warum ist klar: Würden die Nutzerzahlen der SNS und Leserzahlen der Blogs nicht mehr so rasant weiterwachsen, dann könnten die Zeitungen auch wieder mehr vom Kuchen des Online-Anzeigengeschäft abhaben.]
Was StudiVZ jetzt vorhat, Targeting (zielgerichtete Werbung), ist zwar ein logischer Schritt. Die Einführung jedoch nicht soo toll kommuniziert. Und inzwischen gibt es halt doch einige, die abgeschreckt sind. Ausserdem: Womit Facebook StudiVZ m.E. inzwischen klar aussticht: Dass nicht nur Studis, sondern alle Alters- und Bevölkerungsschichten dort auffindbar sind.
Ich will jetzt keine weiteren Prognosen wagen, weil ich nicht weiß was die weiteren Pläne von StudiVZ sind, aber eines ist sicher: Warm anziehen sollte man sich dort auf jeden Fall schon einmal. So faul sind Studenten vielleicht dann doch nicht, dass sie es nicht schaffen sich bei einem neuen Network anzumelden. Und wenn es Facebook demnächst auch noch auf deutsch gibt, ist es mehr als eine Alternative… Oder noch bildlich gesprochen: Facebook ist ein Porsche und inzwischen auch aus deutschen Strassen zugelassen und StudiVZ fängt an zu rosten…
Xing
Bei Xing hat sich schon bisl was getan. Und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass man nicht unbedingt im selben Netzwerk geschäftlich und privat unterwegs sein muss/sollte. Aber auf der ECSCW-Konferenz in Irland gab es da auch andere Meinungen. Folgendes Zitat über den Erfolg von Facebook fand ich z.B. klasse:„You can’t use the BSCW to make party, but you can use Facebook to organise a project.“
Naja, auf jeden Fall bin ich jetzt also zunehmend in Facebook aktiv und dabei es fleissig zu entdecken und stelle fest, dass ich mich doch ganz gut damit abfinden kann, mit mehreren Mio Usern aus der ganzen Welt auf der selben Plattform aktiv zu sein.
Dann ist nämlich sowas möglich:
You are invited to take part in the most ambitious facebook experiment ever…
Using the Six Degrees of Separation theory, I want to see if it’s possible to contact every single person on facebook. The theory states that everybody on this planet is separated by only six other people. (it could be argued that we’re all only six degrees from Larry Page and Sergey Brin – „The Google Guys“… although I’m guessing it’s a lot less than that! LOL).
Dabei handelt es sich um eine Gruppe der innerhalb von 22 Tagen schon mehr als 2,5 MIO (!) User beigetreten sind. Das sind mehr als StudiVZ aktive Nutzer hat. Und das ohne Vermarktung oä, einfach durch „Mund-zu-Mund-Propaganda“. Bisl blöd finde ich, dass der Gründer (Steve Jackson) mit der Gruppe auch seine Romane vermarktet. Aber ansonsten finde ich das Experiment super spannend. Mal sehen wie das weitergeht…
Schade finde ich, dass ich bisher fast keine (ausser im Social Commerce-Bereich) Berichte über sinnvolle Anwendungen in Facebook gibt. Ich hab mir vorgenommen, die nächsten Wochen ab und zu mal was über neue „Applications“ in Facebook zu schreiben. Mal sehen was es da zu berichten gibt. ->> Neue Kategorie: „Facebook-Apps“.
StudiVZ rudert zurück
Dezember 15, 2007 at 12:32 | In Web 2.0, studivz.net | 5 Comments(UPDATE: Die SZ hat den Titel dieses Posts „geklaut“… *g* Jaaa, natürlich liegt der Titel auf der Hand…;-).
Vermutlich aufgrund zahlreicher (teilweise sehr kritischer) Berichte in Zeitungen (SZ, Spon, Welt) und Blogs (z.b.) hat StudiVZ reagiert und seinen (Millionen) Nutzern vor 2 Stunden eine neuerliche Mail geschrieben:
„Liebes studiVZ Mitglied,
damit du das studiVZ-Netzwerk auch weiterhin wie gewohnt und ohne
Einschränkungen nutzen kannst, haben wir ab 2008 neue Allgemeine
Geschäftsbedingungen (AGB) und Datenschutzregelungen in Form der
Einwilligung in die Verarbeitung personenbezogener Daten.
Ab dem 20. Dezember 2007 und spätestens bis zum 9. Januar 2008 kannst du
den neuen AGB und Datenschutzregelungen zustimmen. Ab dem 9. Januar ist
die Nutzung des studiVZ-Netzwerkes ohne deine Zustimmung für dich nicht
mehr möglich. Weitere Informationen zu den neuen AGB und
Datenschutzregelungen findest du unter http://www.studivz.net/l/agbfaq/.
Auf diese Ankündigung hin haben sich bereits viele von Euch gemeldet und
uns damit ein wertvolles Feedback gegeben. Dafür möchten wir uns
bedanken und noch einmal auf drei zentrale Punkte eingehen:
1. studiVZ hat noch nie Nutzerdaten an Dritte verkauft und wird dies
auch niemals tun.
2. Wir haben beschlossen, die SMS- und Instant-Messenger-Werbung aus den
Datenschutzerklärungen herauszunehmen. Diese Form der Werbung wird es
damit bei studiVZ auch zukünftig nicht geben.
3. Wer bis zum 9. Januar 2008 nicht die Gelegenheit hatte, den neuen AGB
und Datenschutzerklärungen zuzustimmen, braucht sich keine Sorgen zu
machen, dass sein Profil danach sofort gelöscht wird. Bis zum 31. März
2008 bleiben eure Profile für alle anderen Mitglieder sichtbar und wir
informieren euch weiterhin per Email über z.B. Freundschaftseinladungen.
Unabhängig von der Zustimmung zur Einführung der neuen AGB, könnt ihr
eure Profile im Übrigen jederzeit löschen, wenn ihr euch aus studiVZ
exmatrikulieren wollt. Dann werden eure Daten sofort gelöscht und damit
nicht weiter gespeichert.
Wir hoffen, dass wir etwaige Missverständnisse aus dem Weg geräumt
haben, wünschen euch weiterhin viel Spaß bei studiVZ und danken euch für
euer Verständnis.
Euer studiVZ Team.“
Ich finde: Gut reagiert! Dass StudiVZ mit Werbung Geld verdienen muss, ist jedem klar. Dafür hat auch jeder Verständnis. Dass SMS-und IM-Werbung nicht auf Gegenliebe stößt finde ich verständlich, offensichtlich auf mehr Abneigung als vorher von Verantwortlichen erwartet. Wenn man also jetzt darauf reagiert finde ich das ein gutes Zeichen.
Bin gespannt wie es weiter geht. GN8.
P.S.: Ist die ganze „Affäre“ jetzt eigentlich ein Copy-Cat von der Facebook-Beacon-Geschichte??
Losgeprescht, kritisiert, bisl zurückgerudert und doch noch alle glücklich gemacht…
Was ist eigentlich hengen?
Dezember 7, 2007 at 4:08 | In Die bösen Medien, Web 2.0 | Leave a CommentDas Internet verkommt zu einem Debattierclub von Anonymen, Ahnungslosen und Denunzianten. Ein Plädoyer für eine Wissensgesellschaft mit Verantwortung.
…steht heute auf der Sueddeutschen Online.
und weiter:
„Sie zerfleddern – wie es gerne auch wir Zeitungsmenschen tun – jedes Thema. Sie tun dies aber oft anonym und noch öfter von keiner Sachkenntnis getrübt. Sie zetteln Debattenquickies an, pöbeln nach Gutsherrenart und rauschen dann zeternd weiter. Sie erschaffen wenig und machen vieles runter. Diese Diskutanten des Netzes sind der Diskurstod, getrieben von der Lust an Entrüstung.“
Tja, sieht man beim Spiegel Online wohl ähnlich… sonst hätten die dort nämlich längst auf meinen „anonymen Hinweis“ reagiert und diese Überschrift geändert: Drei verurteilte Mörder in Japan gehenkt.
Irgendwie finde ich das was die „traditionellen Medien“ aktuell rund um „die Qualität des Web 2.0″ veranstalten echt ziemlich lächerlich. Man freut sich zwar über steigende Kommentarzahlen aber regt sich gleichzeitig darüber auf, dass nicht jeder Kommentar Literaturnobelpreisniveau hat und sperrt die Kommentare nun wieder (nahezu komplett) aus.
Klasse Schritt!!
Zurück zur Web 0.0.
UPDATE: Hihi, auf derselben Seite, auf der die SZ von Qualität spricht, steht das:

Mal schauen wie lange sie brauchen um das zu finden….
UPDATE 2: Der Robert teilt noch ein wenig mehr aus.
Ein schlimmer Tag für Blogs in Deutschland
Dezember 6, 2007 at 2:44 | In Blogs | 3 CommentsStefan Niggemeier berichtet von einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Hamburg gegen ihn.
Sein Resume – dem ich in vollem Umfang zustimme:
Würde sich das Rechtsverständnis des Hamburger Landgerichts, wie es sich in vielen Entscheidungen zeigt, durchsetzen, wäre das das Ende der offenen Diskussion in Foren, Blogs und Online-Medien. Denn das Risiko, ein Forum oder ein Blog zu betreiben, das sich in irgendeiner Form mit heiklen Themen oder dubiosen Geschäftspraktiken befasst, wäre viel zu groß.
Blase oder nicht Blase? Das ist hier die Frage.
Dezember 5, 2007 at 3:51 | In Web 2.0 | Leave a Comment
Finde den Titel von zweinull auch nicht schlecht:
Der andere Jahresrückblick 2007
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