Die Blogosphäre und die Medien
August 14, 2007 at 12:03 | In Die bösen Medien | Leave a CommentJuhuu! Was einem einfach keine Zeitung bieten kann, sind die vielfältigen Blickwinkel auf ein und dasselbe Thema, wie man sie nur in verschiedenen Blogs findet. In diesem Fall ist ausgerechnet die deutsche Blogosphäre selbst das Thema. Insofern ist das jetzt ein Meta-Post und ein Post über die Blogosphäre gleichzeitig. 
Der Ursprung: Ein ausgesprochen schlecht recherchierter Artikel in der SZ. Darin wird die “Misere” der deutschen Blogs “beschrieben”, die dummerweise bisher noch gar keinem bewusst war. Wobei entweder schlecht recherchiert oder absichtlich viele Unwahrheiten in die Welt gesetzt. Warum auch immer? Denkt echt jeder Journalist: Die Blogs, meine Feinde. (?)
Gefunden habe ich den Artikel, aber nicht auf der SZ-Site (obwohl ich da schon oft reinschaue, noch!) sondern bei Jan Schmidt. Der wurde offensichtlich für den Artikel interviewt und versucht sich auf seinem Blog in ein wenig Schadensbegrenzung. Das Fazit, das ihm in der SZ zugeschrieben wird (“Bis es soweit ist, gilt das Fazit des Kommunikationswissenschaftlers Schmidt. Der umschreibt die Misere höflich. Die Öffentlichkeit von Weblogs bestünde in ihrer technischen Zugänglichkeit für jedermann. Keinesfalls aber besteht sie in ihrer gesellschaftlichen Relevanz.”) sei etwas missverständlich bzw. umständlich formuliert. Schade! Ich hätte es schöner gefunden, wenn Jan noch ein bisl zu dem sonstigen Blödsinn geschrieben hätte, den Johannes Boie verbrochen hat. (Wobei ich ihn andererseits verstehen kann, also den Jan.) Wie gut, dass es da noch den Stefan Niggemeier gibt. Der deckt in seinem Post so ziemlich alle falschen Fakten des Artikels auf (absolut lesenswert!!). Aber auch die SZ ist ja Web 2.0-ig und lässt Kommentare wie den folgenden zu:
“Danke an den Autor, der hier recht präzise darstellt, warum weite Teile der Bevölkerung ihre Informationen lieber aus dem “Web 2.0″ schöpfen als aus den alten Medien. Ausserdem erfahren wir in diesem Artikel den Grund für den Niedergang der Papiermediengeneration (wozu man auch die Tageszeitung rechnen kann). Es ist die mangelnde Bereitschaft “professioneller” Journalisten, über ihren eigenen Tellerrand zu schauen. Diese Selbstverliebtheit führt auf Dauer in die Arbeitslosigkeit. Das alles sollte allerdings altweltliche Journalisten nicht davon abhalten, sowohl die Blogosphäre als auch ihr eigenes sinkendes Schiff im Fadenkreuz ihrer Kritik zu halten.”
Auch sehr schön.
Für mich bleiben als Fazit 3 Dinge:
1. Es ist doch immer wieder interessant Artikel zu Themen zu finden, wo man sich ein bisl auskennt. Dann merkt man, dass Journalisten oftmals Halbwahres schreiben und fragt sich: Sind die anderen Artikel die ich lese (und die ich für bare Münze nehme) auch alle nur zur Hälfte wahr? Hoffentlich nicht!!
2. Bin ja eh schon vom Bayern 2-Interview vorgewarnt: Sich immer vorher zeigen lassen, was als Zitat über einen verbreitet wird. Die Medien biegen das sonst schon so hin, wie sie es brauchen.
3. Schade, dass so ein Artikel in einer Zeitung wie der SZ erscheinen darf. Also in meinem Ansehen ist die SZ heute um einiges gesunken.
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