Groupware vs. Enterprise 2.0
August 19, 2007 at 11:13 | In Enterprise 2.0, research | 1 CommentIch mache mir gerade ein paar Gedanken zu den Unterschieden von Social Software im Unternehmen und Groupware. Leider fehlt mir momentan die Zeit, das alles „high level“ niederzuschreiben. Deswegen stelle ich das „work in process“ hier in den Blog. Im idealen Falle bekomme ich noch ein wenig Feedback von meinen geschätzten Lesern
und greife das Ganze demnächst nochmal auf um es richtig auszuformulieren.
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Abgesehen vom Namen (Groupware – Software die,…whatever (Kollaboration,…)… in Gruppen unterstützt) lassen sich die beiden Gattungen Social Software und Groupware in vielen weiteren Punkten differenzieren.
Gruppenorientierte Kommunikation vs. Persönlichkeitszentrierte Kommunikation
Während bisher in Groupware eine feste Struktur bestand, welche Information wo einzutragen war, bin ich in meinem Blog, mein eigener Herr. Ich schreibe „worüber, wann, so viel / so oft und wie“ ich will. Dasselbe gilt für ein Wiki. Es ist jeweils klar ersichtlich, dass die Beiträge von mir stammen und ein anderer kann mich aufgrund der Beiträge kontaktieren etc…
Dabei ist es egal ob ich für 10 oder 1000 Leute blogge oder etwas im Wiki schreibe. Ich schreibe ja auch (oder überwiegend) für mich bzw. weil ich finde, dass etwas geschrieben (oder geändert) werden muss. Niemand hat mir gesagt, dass ich diesen Beitrag leisten soll. Und niemand würde mich für das Fehlen dieses Beitrags verantwortlich machen.
Top down vs. Bottom up („Erzwungene“ Organisation vs. Freiwillige Vernetzung / „Grüne Wiese“ vs. Web)
Ein Erfolgsgeheimnis von Social Software ist, dass sich aufgrund der sozialen Komponente Strukturen oftmals erst im Nachhinein ergeben, die man a priori nicht erahnen konnte.
Social Software konnte sich (bei Mio Nutzern) im Web durchsetzen. Oftmals war den Initiatoren gar nicht klar, wo die Erfolgsfaktoren lagen, man hat positive Faktoren verstärkt und negative ausgeschalten. Das Vorgehen war also eher deduktiv denn induktiv.
Das Ziel wird folglich sein die Module die sich im www durchsetzen (bei Bedarf) in einem Unternehmen umzusetzen und dabei an die Zwänge, die sich mit dem Einsatz im UN ergeben, zu berücksichtigen. Dabei gibt es eigentlich (bis auf ein föderiertes Identitätsmanagement) keine großen Anforderungen. Was funktioniert kann übernommen werden. Eigentlich handelt es sich dabei auch um eine Art Crowdsourcing im übertragenen Sinne. Erst wenn Mio Nutzer ihr positives Feedback (durch die Nutzung) gegeben haben, wird das Konzept ins UN übernommen.
Kleine bis mittlere Personenanzahl vs. sehr viele Personen (und die unbegrenzte Zeitdauer)
Groupware war nie für eine größere Personenzahl gedacht und viele Funktionen eines Blog oder Wiki sind in Groupware auch nicht umgesetzt. Groupware sollte die Zusammenarbeit in einer Gruppe (mit einem bestimmten Ziel) und meist für eine konkrete Projektdauer unterstützen. (Ellis et al 1991: …systems that support groups of people engaged in a common task (or goal)…).
Wie sollte z.B. eine Organisation wie die Bundeswehr auf lange Zeit an einem „kollektiven Gedächtnis“ schreiben. Wie sollte ein CEO seine tausend Mitarbeitern „auf dem Laufenden halten“ und gleichzeitig offen für Feedback bleiben? Für letztgenanntes bietet ein Blog Möglichkeiten, die es vorher einfach nicht gab. Weil dies nicht den Bedürfnissen eines Projektteams entsprach.
Administratorenkontrolle vs. Selbsterfundene Konventionen (co-evolution)
Was bei SoSo oftmals nicht a priori klar definiert wurde, war die Administration. Warum auch – die Software ist sozial.
Wenn man sich an die einfachen Regeln hält, die auch im täglichen Umgang mit anderen (implizit) existieren kann man nicht viel falsch machen.
to be continued….
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Die Blogosphäre und die Medien
August 14, 2007 at 12:03 | In Die bösen Medien | Leave a CommentJuhuu! Was einem einfach keine Zeitung bieten kann, sind die vielfältigen Blickwinkel auf ein und dasselbe Thema, wie man sie nur in verschiedenen Blogs findet. In diesem Fall ist ausgerechnet die deutsche Blogosphäre selbst das Thema. Insofern ist das jetzt ein Meta-Post und ein Post über die Blogosphäre gleichzeitig. ![]()
Der Ursprung: Ein ausgesprochen schlecht recherchierter Artikel in der SZ. Darin wird die „Misere“ der deutschen Blogs „beschrieben“, die dummerweise bisher noch gar keinem bewusst war. Wobei entweder schlecht recherchiert oder absichtlich viele Unwahrheiten in die Welt gesetzt. Warum auch immer? Denkt echt jeder Journalist: Die Blogs, meine Feinde. (?)
Gefunden habe ich den Artikel, aber nicht auf der SZ-Site (obwohl ich da schon oft reinschaue, noch!) sondern bei Jan Schmidt. Der wurde offensichtlich für den Artikel interviewt und versucht sich auf seinem Blog in ein wenig Schadensbegrenzung. Das Fazit, das ihm in der SZ zugeschrieben wird (“Bis es soweit ist, gilt das Fazit des Kommunikationswissenschaftlers Schmidt. Der umschreibt die Misere höflich. Die Öffentlichkeit von Weblogs bestünde in ihrer technischen Zugänglichkeit für jedermann. Keinesfalls aber besteht sie in ihrer gesellschaftlichen Relevanz.”) sei etwas missverständlich bzw. umständlich formuliert. Schade! Ich hätte es schöner gefunden, wenn Jan noch ein bisl zu dem sonstigen Blödsinn geschrieben hätte, den Johannes Boie verbrochen hat. (Wobei ich ihn andererseits verstehen kann, also den Jan.) Wie gut, dass es da noch den Stefan Niggemeier gibt. Der deckt in seinem Post so ziemlich alle falschen Fakten des Artikels auf (absolut lesenswert!!). Aber auch die SZ ist ja Web 2.0-ig und lässt Kommentare wie den folgenden zu:
„Danke an den Autor, der hier recht präzise darstellt, warum weite Teile der Bevölkerung ihre Informationen lieber aus dem „Web 2.0″ schöpfen als aus den alten Medien. Ausserdem erfahren wir in diesem Artikel den Grund für den Niedergang der Papiermediengeneration (wozu man auch die Tageszeitung rechnen kann). Es ist die mangelnde Bereitschaft „professioneller“ Journalisten, über ihren eigenen Tellerrand zu schauen. Diese Selbstverliebtheit führt auf Dauer in die Arbeitslosigkeit. Das alles sollte allerdings altweltliche Journalisten nicht davon abhalten, sowohl die Blogosphäre als auch ihr eigenes sinkendes Schiff im Fadenkreuz ihrer Kritik zu halten.“
Auch sehr schön.
Für mich bleiben als Fazit 3 Dinge:
1. Es ist doch immer wieder interessant Artikel zu Themen zu finden, wo man sich ein bisl auskennt. Dann merkt man, dass Journalisten oftmals Halbwahres schreiben und fragt sich: Sind die anderen Artikel die ich lese (und die ich für bare Münze nehme) auch alle nur zur Hälfte wahr? Hoffentlich nicht!!
2. Bin ja eh schon vom Bayern 2-Interview vorgewarnt: Sich immer vorher zeigen lassen, was als Zitat über einen verbreitet wird. Die Medien biegen das sonst schon so hin, wie sie es brauchen.
3. Schade, dass so ein Artikel in einer Zeitung wie der SZ erscheinen darf. Also in meinem Ansehen ist die SZ heute um einiges gesunken.
Rätselblog
August 10, 2007 at 2:53 | In Blogs, diverses | Leave a CommentJetzt wollte ich gerade schon fragen, warum es eigentlich keinen Rätselblog gibt. Aber es gibt ihn.
Und das ist sogar recht nett. Die verlinken da zu allen Arten von Rätseln, die sie auf Websites entdecken….
Was aber doch auch nett wäre: Wenn ein Blog jeden Tag ein neues Rätsel oä. zur Debatte stellt und der erste der in den Kommentaren richtig antwortet kriegt was.
Also bei mir gibt’s nix (doch: Lob), aber habe auch nur ne ganz kleine Frage: Wer weiss den Plural von Status? (Ohne zu googeln! Das is ja witzlos…). Also ich wusste ihn bisher nicht.
Nebenan…
August 8, 2007 at 10:42 | In Blogs, Web 2.0 | Leave a CommentHier wieder mal eine kleine Linksammlung:
- Das Gottlieb Duttweiler Institut GDI hat vor wenigen Wochen eine neue Studie veröffentlicht: Vertrauen 2.0. Sie basiert auf einer repräsentativen Befragung und zeigt, wie sich Konsumenten in neuen Nischenmärkten orientieren, wer morgen ihr Vertrauen gewinnt oder verliert. Lesenswert für alle, die fundiertes Hintergrundwissen zu den aktuellen Veränderungen, jenseits des 2.0 Hypes, in den Konsumgüter-, Freizeit-, Medien- und Gesundheitsmärkten suchen. (via, viavia)
- DonA hat 10 tolle tatsächlich erprobte Tipps zum tollen Web2.0-Startup parat. Mir gefällt Regel 3 am besten, mit der ich mich ja auch hier schon auseinandergesetzt habe: Gründe als englische Ltd. oder als deutsche GbR. Beweise dadurch Deinen flotten Umgang mit dem Gesellschaftsrecht.
- Die beiden Web 2.0-Startups Kaboodle und Clipmarks wurden jeweils von einem amerikanischen Medienhaus übernommen. Next-Net setzt sich mit den Hintergründen auseinander. (siehe auch ec und zweinull)
Warum…
August 6, 2007 at 6:55 | In diverses | 2 Comments…habe ich eigentlich seit der Einführung von MS Office 2007 in keinem Blog (und auch sonst fast nirgendwo) gelesen, was für eine Frechheit sich Microsoft mit den neuen Formaten erlaubt hat. Wie kann es bitte sein, dass man im Jahr 2007 Probleme bekommt, wenn man eine Datei mit der Vorgängerversion öffnen will??
Jetzt weiss ich gar nicht ob ich in meinem Büro auf Office 2007 umsteigen soll.
Privat werde ich erstmal bei Office 2003 bleiben. Owei, owei…
Crowdsourcing bei Mr Wong
August 2, 2007 at 9:25 | In Web 2.0 | Leave a CommentDer ein oder andere hat bestimmt vom „Mister-Wong-Skandal“ gehört. Kurz zusammengefasst:
Acht Asiaten (in den USA) stellten beim Surfen durchs www fest, dass im Logo von Mr Wong die Charikatur eines Chinesen abgebildet ist. Uhuuu, die bösen rassistischen Deutschen wieder… Dass Mr Wong in Wirklichkeit ein kluger (weiser) Mann ist, der den Usern beim Organisieren der Bookmarks hilft und damit ein absolut positives Image hat, hat man nur in China so verstanden. Dort ist Mr Wong m.W. der erfolgreichste Bookmarkingdienst (also noch vor del.icio.us). Und so ging eine Welle der Entrüstung ging durch Nordamerika und Teile Europas… Najaaa.
Ist stark übertrieben!! Sagen wir: In der Blogosphäre wurde kontrovers diskutiert. Nur so viel: Das Wort Ausschwitz fiel mehr als einmal…
Schon traurig.
Das Ende vom Lied: Der arme Kai Tietjen musste den symphatischen Mr Wong in den Ruhestand schicken.
Und jetzt wirds spannend:
Mr Wong sucht nun ein neues Logo und wendet sich dabei an seine Nutzer. Insgesamt 12.000€ sind zu verdienen. Super Idee.
Ich finde das gesamte Krisenmanagement von Mr Wong wirklich absolut spitze. So macht man aus einer Krise einen PR-Erfolg. Würde mich nicht wundern, wenn es diesen Fall bald als Havard Business Case gibt. (via deutsche-startups.de)
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