Facebook: Jetzt aber mal langsam.
Juli 24, 2007 at 8:47 | In social networking, studivz.net | 10 CommentsWenn ich so durch meine diversen Feeds klicke, finde ich in den letzten zwei Wochen ein Wort in (mindestens) jedem zweiten Blog: FACEBOOK.
So langsam hebt Facebook (in Deutschland in den deutschen Medien -ja klar in den USA etc. auch) so richtig ab. The Hype beginns.
Die Welt schreibt sogar schon vom heissesten Internet-Unternehmen der Welt.
Zu Unrecht!! Ok, kommt auf die Interpretation von „heiss“ an.
Sicher ist Facebook mit der Öffnung ein „genialer Schachzug“ gelungen:
- Sicher ist Facebook dabei Standards zu setzen.
- Die Zunahme der Userzahlen ist beeindruckend
- Und eine Übernahme von mehreren Mrd Dollar (müssen ja keine 10 sein) scheint realistisch.
- Und es ist ja auch interessant, dass Facebook jetzt doch endlich mal auch nach Deutschland will.
ABER:
Die deutschen Networks müssen sich m.E. nicht verstecken bzw. Angst haben:
Studivz
Warum sollten die ganzen Studenten von Studivz wechseln? Da haben sie doch alles. Ein paar Nerds werden die Möglichkeiten in Facebook zwar spannend finden. Aber der Rest…
UPDATE
Xing
Ich finde Xing braucht vor Facebook erst Recht keine Angst haben, eher vor LinkedIn. Facebook ist kein Businessnetzwerk, dafür ist es zu wenig seriös und das ist auch gut so…
Man kann nicht in einem Netzwerk Business und Party gleichzeitig machen. Das läuft so nicht.
Also steht Facebook in Dtl. eh erstmal vor der schwierigen Entscheidung: Einen auf seriös und ein möglichst breites Publikum ansprechen. Oder wie Studivz Studentenpartys koordinieren helfen.
Und dann will ich darüber hinaus noch in Frage stellen:
1. Will ich als Networker eigentlich in einem Network mit 2-3 Mrd anderen Menschen sein? Ist es dann wirklich noch so gemütlich wie im Studivz wo man alle seine Freunde um so herum hat? Oder gibt es da auch mal Grenzen?
2. Schreckt es einen Otto-Normal-Nutzer nicht von einem Netzwerk ab, wenn man gar keine Übersicht über die Nutzungs-Möglichkeiten mehr bekommt und das Gefühl hat, man wird „überrannt“? Ist das nicht genau der Grund warum bis heute viele ältere Leute nicht in das Internet gehen? „Mir ist das alles zu kompliziert“… etc.
Das Geheimnis ist doch Simplicity…. Also logge ich (als Nutzer, den Alex gibt’s auch in Facebook *g*) mich weiter jeden Tag brav ins Studivz ein. Da habe ich doch alles.
10 Kommentare »
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>Man kann nicht in einem Netzwerk Business und Party gleichzeitig machen. Das läuft so nicht.
Warum ist das so?
Verstehe ich nicht ganz?
Kommentar von dschimbob — Juli 25, 2007 #
Hat was mit Identitätsmanagement zu tun und läuft „offline“ genauso ab: Man verhält sich im Privatleben automatisch anders als im Berufsleben.
Gerade junge Leute stellen sich in einem Network gegenüber den Freunden anders (z.B. eher lässig) dar als beruflich und würden nicht wollen, dass Ihre Chefs oder Geschäftspartner das so lesen.
Es gibt ja auch das schöne Beispiel mit den Hüten. Wenn ich Xing gehe setze ich automatisch meinen Businesshut auf, während ich im Studivz meinen Genießerhut (oder was auch immer) aufsetze. Freunden gebe ich doch ganz andere Informationen als Kollegen, etc.
Kommentar von ariro — Juli 25, 2007 #
Dem kann ich folgen. Was nützt mir aber Xing wenn es so unglaublich langweilig daherkommt, dass es für mich eigentlich keinen Mehrwert bietet ausser eben „Businessmäßig“ seriös unterwegs zu sein. Dann wäre mein Ansatz eher eine zusätzliche Schicht einzufügen, also ein dritter Profile Typus für Business Kontakte in Facebook mit entsprechenden Konsequenzen was die Feeds etc. betrifft.
Für mich ist gerade die Tatsache, dass ich mit einem Tool auf beiden Fährten unterwegs sein kann reizvoll. Ich gebe ja zu, dass dies noch dem Hype zu schulden ist, da Businessmäßig noch nicht allzu viel abläuft.
Kommentar von Björn Bauer — Juli 25, 2007 #
Hi Björn, ich kann schon verstehen, wenn Du sagst, dass Dir Xing zu langweilig ist. Und natürlich wäre ein Netzwerk für alles einerseits weniger Aufwand. Aber Xing hat ja auch nicht das Ziel zu unterhalten, sondern Kontakte herzustellen und zu „sichern“.
Bei Facebook ist das was anderes: Da tauscht man Fotos mit Freunden aus, hält sich über seine Lieblings-… auf dem laufenden und gratuliert sich auf der Pinnwand zum Geburstag.
Wie würdest Du Dir das denn vorstellen, wenn alles im Netzwerk wäre? Würdest Du dann Deinen Geschäftskontakten auch Deine privaten Fotos zeigen wollen? Oder musst Du dann jedes mal genau überlegen wem Du was freischaltest?
Freunde und Kontakte ist imho was ganz anderes…
Und ich würde niemals im selben Netzwerk Business und Flirten wollen.
>Ich gebe ja zu, dass dies noch dem Hype zu >schulden ist, da Businessmäßig noch nicht allzu >viel abläuft.
Finde ich nen Widerspruch. Hype hat ja normalerweise auch gerade viel Business zur Folge…
Kommentar von ariro — Juli 25, 2007 #
Ich stimme Dir zu, dass das zu Einblicken führen kann, die vielleicht nicht gewünscht sind. Aber auch da sehe ich eher eine Chance als einen Hinderungsgrund. Ich denke hier muss man einfach mal Erfahrungen sammeln, FB ist ja noch wirklich neu. Ich kann bei mir aber feststellen, dass die Schwelle mit anderen Leuten auf Business Ebene in Kontakt zu treten viel niedriger liegt als das bei Facebook und seinen miefigen Foren der Fall ist. Ich sammel hier Kontakte, schön und gut, aber das ist in meinen Augen ein echt magerer Usecase….mittlerweile.
Aber mal schauen wo es mit der Öfnung der API die auch Xing nun plant hingeht. Wird sich kaum ändern lassen, dass da auch private Einflüsse zum tragen kommen werden.
Und was den Hype betrifft. Ich beobachte in FB im Moment ein fast schon panikartiges Hineinstürmen von Business Leuten in diese Plattform. Und ich lese in vielen Gruppen und Posts davon, mal auszuprobieren ob sich die Plattform eignet für diese Ebene.
Auf jeden Fall bleibt es spannend.
Kommentar von dschimbob — Juli 26, 2007 #
ups. kleine Fehlleistung
Ich kann bei mir aber feststellen, dass die Schwelle mit anderen Leuten auf Business Ebene in Kontakt zu treten viel niedriger liegt als das bei —> XING <— und seinen miefigen Foren der Fall ist.
Kommentar von dschimbob — Juli 26, 2007 #
Hey Dschimbob,
danke für den Kommentar und danke für den Hinweis mit der Schwelle. Genau das ist ein weiteres Problem. In Xing ist die Schwelle schon sehr (vielleicht zu) niedrig. Nicht zu hoch: ZU NIEDRIG! Die ganzen Vorstände deutscher Unternehmen sind deswegen nicht in Xing, weil sie befürchten dort nur vollgemüllt etc. zu werden. In LinkedIn ist die Schwelle z.b. höher und entsprechend wir da auch wesentlich mehr „big business“ gemacht als in Xing.
Business hat einfach andere Regeln das kann man nicht 1:1 aus dem privaten übertragen…
Dass viele UN-Vertreter gerade in Facebook rennen ist verständlich. Genau wie Du sagst: Hype + Ausprobieren…
Kommentar von ariro — Juli 26, 2007 #
[...] much more advanced, if their friends won’t follow. Aber diese Meinung habe ich ja schon kundgetan. Nochmal zur Karte: Imho ist es nicht möglich alle weltweit genutzten SN in einer Karte zu [...]
Pingback von So nett, so falsch. « Der NeubibergBlog — August 1, 2007 #
[...] ich jetzt aber weiter über Facebook schreibe noch eine kurze Nachlese: Im Juli hatte ich darüber gemutmaßt, dass StudiVZ und Xing sich (fast) keine Sorgen um eine Konkurrenz durch Facebook machen müssen. [...]
Pingback von Facebook kommt / Six Degrees Of Separation - The Experiment « NeubibergBlog — Dezember 19, 2007 #
[...] er hat irgendwas verstanden. Aber ich gebe es gerne nochmal zu. I may not be immaculate: Meine Einschätzung vor 7 Monaten bzgl. Facebook vs. StudiVZ war grundfalsch. Konnte ich auch wissen, dass Facebook abgeht wie ne [...]
Pingback von Verloren « NeubibergBlog — Januar 28, 2008 #