Winning with the Enterprise 2.0
Juni 29, 2007 at 10:13 | In Enterprise 2.0, Web 2.0, Wissenschaft | Leave a CommentIm Rahmen der Enterprise 2.0-Konferenz hat Don Tapscott ein Whitepaper mit dem Titel „Winning with the Enterprise 2.0″ herausgebracht.
Und Don Tapscott ist ja nicht irgendwer. Er selber sieht sich z.B. als „one of the world’s leading authorities regarding the role of technology in productivity, business design, effectiveness and competitiveness.“ Also Selbstbewusstsein hat er. Und in der Tat sind z.B. Klassiker wie „Wikinomics: How Mass Collaboration Changes Everything“ von ihm.
Nachdem wir uns ja am Lehrstuhl zur Zeit intensiv mit Enterprise 2.0 beschäftigen, habe ich gestern und heute versucht sein Werk komplett zu lesen. Es blieb leider beim Versuch.
Aus zwei Gründen:
- Ich finde Schaumschlagen ja ok. Macht man eben als BWLer. Aber was er da auf 62 Seiten treibt ist wirklich hohe Kunst. Klar, Don hat einen Schreibstil für den ihn Millionen von Amerikanern beneiden. Aber ich kann bis heute nicht sagen was substantielles oder revolutionäres in seinem Whitepaper steht. Roter Faden und so? Was will er bloß?
- Dass die Zusammenarbeit in einem Unternehmen zunehmend wichtiger ist wird wohl den meisten klar sein. Aber das hat ja nicht von Haus aus schon was mit Enterprise 2.0 zu tun. Ich habe bis zum Schluss versucht herauszufinden was der Inhalt eigentlich mit Enterprise 2.0 zu tun haben soll. Jetzt glaube ich zu wissen: Nicht viel.
Ein Beispiel: Auf Seite 39 beschreibt Don Tapscott das „Siemens Collaborative Knowledge Portal“.
Dieses Portal kenne ich sehr genau. Ich habe es mir vor ein paar Wochen 2 Abende lang zeigen lassen. Und bei den Schweinsohren meines Hundes: Dieses Portal ist soviel Enterprise 2.0 wie mein Mitbewohner (neben mir) gerade nüchtern. ![]()
Das Siemens Collaborative Knowledge Portal ist in etwa genau das Gegenteil von dem was Web 2.0 ausmacht.
Hmm, also lasse mich ja gerne noch beeinflußen in meiner Meinung, aber ich finde: das White-Paper hat nahezu gar nix mit Enterprise 2.0 zu tun.
Jemand anderer Meinung?
Umso spannender sind übrigens die Folien zu den Vorträgen auf der Konferenz. Reinschauen!
P.S.: Im Auftrag meines Mitbewohners darf ich noch Robert Burns zitieren: „But if ye wish her grate foo prayer gie her a haggis.“
P.P.S.: Fast hätte ich es vergessen. Das hat aber doch was:
Rethink knowledge. Knowledge is not something firms can possess. Treat it as something that emerges in relationships as people collaborate to achieve an objective.
Home Truths about telecoms
Juni 27, 2007 at 9:46 | In Die bösen Medien, Konferenzen | Leave a CommentDer Economist hat vor rund 3 Wochen einen interessanten Artikel veröffentlicht, in dem er auf die Arbeit von Stefana Broadbent (Verantwortliche für den Bereich User Adoption bei der Swisscom) hinweisst. Ich finde die Erkenntnisse von Frau Broadbent (ebenso) hochspannend, z.B., dass…
…ein typischer Nutzer 80 % seiner „Kommunikation“ mit nur 4 anderen Leuten führt.
…obwohl Telefonieren (etc.) immer billiger wird, der Trend weg vom Telefonieren und hin zum „tippen“ (mails, messaging) geht
…Leute gerade dann gerne kommunizieren wenn sie unterwegs sind und substantielle Arbeit auf die Zeit am Schreibtisch verlegen
In dem Artikel wird auch sehr schön die „Medienwahl“ eingegangen. D.h. die Möglichkeiten einen Kollegen zu kontaktieren nehmen zu, wann rufe ich ihn an und wann schreibe ich besser ne Mail oä.
Diesbezüglich darf ich gleich mal (stolz) darauf hinweisen, dass es auf der diesjährigen Geneme (-Konferenz) 07 in Dresden (1./2.10.) einen Vortrag von zwei „ambitionierten Nachwuchsforschern“
zu genau diesem Thema geben wird. Also wenn’s interessiert:anmelden.
Der GAU: Ein Flamewar bloggender Journalisten
Juni 25, 2007 at 10:15 | In Blogs, Die bösen Medien | 2 CommentsAlso wer ein wenig ausreichend Zeit oder auch Langweile hat, der kann sich das heutige Beispiel zum Thema Blogosphäre reinziehen.
Für alle die keine Zeit haben, in Kurzform:
Stefan Niggemeier, gerade frisch mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet, schreibt (ziemlich ausführlich, warum auch immer?) über einen Besuch von Don Alphonso (DA) in der Uni Leipzig und seine Auswirkungen.
DA hat wohl gesagt „Journalisten sind zynische Dreckschweine” und dies wurde von einigen Studenten (die natürlich als angehende Journalisten alle einen Blog haben) so oder so ähnlich wiedergegeben. Aber wohl nicht 100 % korrekt. Deswegen hat DA dann doch nochmal nachgehakt.
So oder so ähnlich muss es gewesen sein. Auf jeden Fall macht das ganze jetzt die Runde. Ist ja auch klar, wenn sich gleich 2 Alpha-Tiere der dt. Blogosphäre beteiligen. Schade, dass man nicht messen kann wieviele Leute sich in den nächsten Tagen (ja ich hiermit auch, ich weiss, aber nur 10 Minuten!!
mit dieser „Schlammschlacht“ befassen werden….
Also wer Lust hat: Viel Spaß.
So geht’s natürlich nicht meine Herren. Studivz = Clickgeil ;-)
Juni 16, 2007 at 12:22 | In studivz.net | Leave a CommentAm Dienstag hatte ich (nichtsahnend, dass mir ein einziger Post über Studivz und eine Studivz-Gruppe bzgl. einer Vermissten 5000 Besuche in den folgenden 3 Tagen bringen sollte) noch über die neue Shoutbox im Studivz gepostet und einen großen Erfolg provezeit.
Da war ich mir natürlich nicht klar, dass es den Machern von Studivz mit der Shoutbox eigentlich nur um zusätzliche Besuche geht und nicht darum einen Zusatznutzen zu schaffen.
Es sieht nämlich so aus: Der Inhalt der Shoutbox wird nur 24 Stunden angezeigt und dann gelöscht. Damit die User dann auch wiederkommen und was neues reinschreiben. Von 132 „Freunden“ (auch sonst: repräsentative Stichprobe! *g*) die ich im Studivz habe, haben in den letzten Tagen über 30 die Box ausprobiert / benutzt. Aber wenn ich heute nachschaue, ist keine einzige Box aktiv. Ja, klar!! Wenn ich eine Nachricht eingebe (wie z.B. „habe ne neue Handynummer“ oder „bin 2 Wochen im Urlaub“ oder „ärgere mich mit meiner Diplomarbeit“) dann möchte ich diese doch nicht jeden Tag neu eingeben. Damit ist der Sinn der Box gaaanz klar verfehlt.
Manno!!! Das war so ein interessanter Ansatz. Twitter in einem Social Network. Und die versauen es wieder. Unglaublich.
P.S.: In diesem Zusammenhang möchte ich mal auf tagged hinweisen. Da sind mir die letzten Tage einige Einladungen „ins Haus geschwirrt“… würde also vermuten, dass sich da zunehmend mehr Studis tummeln. Und ist auch ein interessanter Ansatz. Finde es aber von der Benutzung her komisch…
Und zu viel Werbung…
Bundeswehr Ehrenmal
Juni 16, 2007 at 10:21 | In diverses | Leave a CommentAm Mittwoch beim Seminar-Ausklang habe ich mich u.a. auch mit einigen Offizieren über die ihnen nach dem Studium bevorstehenden Einsätze in Afghanistan, Bosnien etc. gesprochen und auch etwas darüber erfahren wie und warum sich der ein oder andere dafür entschieden hat sich 12 Jahre zu verpflichten. Ich kann gleich mal vorweg nehmen, dass ich -trotz meines nach wie vor kritischen Blickes auf Y-Reisen als Organisation (aber das sehen die jungen Offiziere ja alle genauso)- großen Respekt vor dieser bewussten Entscheidung habe.
Da ich mich also gerade erst mit jungen Menschen unterhalten habe, die sich auch schon dafür anspucken lassen mussten, dass sie für unser Land den Kopf hinhalten, macht mich ein Post wie dieser (von vorgestern auf Spreeblick) natürlich eher nachdenklich.
Da wird uns erstmal erklärt, dass wir in Deutschland Ehre nicht brauchen („nur ein rechter Terminus“) und dann wird sich darüber lustig gemacht wobei die bisher 2600 Bundeswehr-Toten (seit Bestehen) ums Leben gekommen sind (meistens nicht im Kampf, sondern bei Unfällen). Dies wird als Begründung angeführt, warum wir in Dtl. weiterhin über die BW schimpfen sollen. Echt Panne! Macht Euch Euer eigenes Bild. (via Lumma).
P.S.: Hintergrund ist übrigens, dass Verteidigungsminister Jung spätestens im November den Grundstein für ein Ehrenmal der im Dienst getöteten Bundeswehrsoldaten legen will.
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