Nie wieder “Thank you for travelling with Deutsche Bahn” ?

April 14, 2009 at 4:16 | In diverses | Leave a Comment

Ich halte es mal kurz im Blog fest, weil meine Beobachtung nicht in 140 Zeichen passt: Kann es sein, dass die Bahn eines Ihrer “Aushängeschilder” abgeschafft hat? Statt des gewohnten “Thank you for travelling with Deutsche Bahn” schallte mir heute “Thank you for using our train service” aus dem Lautsprecher entgegen.
Hat das der neue Bahnchef veranlasst? Hat der etwa keinen Humor? Denn zugegeben inzwischen machte sich ja halb Deutschland über “Senk you” (77.500 Google-Treffer) oder Sänk you (36300 Google-Treffer) lustig.
Aber Humor ist halt wenn man trotzdem lacht. So wie ich am Samstag über wieder einmal 2,5 Stunden Verspätung…

Facebook und die neuen Terms of Use

Februar 18, 2009 at 10:34 | In Facebook, Web 2.0, social networking | 1 Comment

Nur um es einmal kurz festzuhalten, v.a. für die, die nicht Facebook nutzen:
Es gibt mal wieder einen Aufschrei in der Facebook-Welt: Man wollte die Terms of Use ändern.
Erst in den letzten Tagen kam dann eine richtige Protestwelle hoch, z.B. bekam die Gruppe “People Against the new Terms of Service (TOS)” innerhalb von zwei Tagen knapp 70.000 neue Mitglieder.
grouptermsofuse

Nun hat man sich offensichtlich dazu entschlossen, die Terms of Use doch nicht zu ändern, denn seit heute bekommt man als Nutzer beim Einloggen folgende Meldung:
termsofuse

Ich bin mir sicher, dass in den nächsten Tagen in vielen Blogs noch ausführlich über diesen Fall diskutiert werden wird. Zeigt er doch einerseits wieder einmal, dass das Thema Datenschutz eines der wichtigsten Thema rund um Social Networks ist (und bleiben wird) und andererseits, dass man selbst bei Facebook offensichtlich noch nicht gelernt hat die Nutzer und ihre Reaktionen richtig einzuschätzen.

Enterprise 2.0 und der ROI

Februar 12, 2009 at 5:32 | In Enterprise 2.0, Konferenzen, Web 2.0, social networking | 5 Comments

Ich sitze gerade im Excelsior Hotel vorm Kölner Dom beim inzwischen vierten (es waren schon ABB, Lufthansa, Bayer und jetzt T-Systems) Vortrag auf dem Enterprise 2.0-Forum von Kongressmedia. Gestern fanden im Vorlauf der Vorträge schon 2 halbtägige Seminare statt, wovon ich eines für Fortgeschrittene gehalten habe. (Es gibt auch schon Fotos und Feedback)
Interessanterweise kommt ein Punkt über den auch die 12 Workshopteilnehmer und ich gestern ziemlich ausführlich diskutiert haben heute immer wieder hoch: “Was ist der ROI von Enterprise 2.0?”
Zum einen ist das natürlich kein neuer Punkt, zum anderen gibt es aber leider auch keine neuen “Methoden” dafür um (unfähigen) Managern vorrechnen zu können, dass sich Enterprise 2.0 für ein Unternehmen lohnt.
Natürlich gibt es Ansätze, siehe z.B. das Interview von Andrea Back mit Johannes Müller (ich habe hier schon einmal dazu geschrieben).
Aber es gibt noch keine wirklich funktionierende und ganzheitliche “Methode” und das hat auch mehrere gute Gründe.
An dieser Stelle möchte ich kurz auf zwei Möglichkeiten eingehen, die vielleicht eine Hilfestellung sein könnten wenn man einem nicht ganz so visionären “Entscheider” gegenübersteht:
1. Statt mit Quantität lohnt es sich vielleicht einmal mit Qualität zu argumentieren. Hierfür liefert die Arbeit von Alex Warta von Bosch Anregungen, der sich die Frage stellt “Wie kann man die Qualität der Topics auf einem Wiki messen” und darauf interessante Antworten gefunden hat (erscheint wohl demnächst).
2. Einen anderen Ansatz habe ich heute kurz auf 2 Sätze zusammengefasst gelesen: “”Why should we think about Web 2.0? -> We are touched anyway”.
Das ist meiner Meinung nach die Antwort, die man jemandem geben sollte, der am Sinn von Enterprise 2.0 zweifelt: “Du hast ohnehin keine Wahl. Deine Mitarbeiter nutzen Wikis, Blogs und Social Networks ohnehin schon längst. Zumindest im WWW (und oftmals auch ohne das Wissen des höheren Managements im Unternehmen).” Damit zusammenhängend sollte man sich als Unternehmen auch überlegen, ob man in der heutigen Zeit wirklich einen attraktiven Arbeitgeber darstellt, wenn man versucht die Mitarbeiter in ihrer Freiheit zu beschränken, anstatt sie in ihrer Zusammenarbeit zu unterstützen. Gerade Beratungsunternehmen haben das offensichtlich erkannt. Dort geht man nicht unbedingt davon aus, dass die Mitarbeiter sich dank Enterprise 2.0 auf einmal wesentlich kooperativer verhalten, etc.. Aber man hat erkannt, dass man -wenn man die fittesten Studenten ins Unternehmen bekommen will- sich nicht die Schwäche erlauben darf kein “Social Network” zu haben.

P.S.: Danke @Kongressmedia. Gute Orga, nette Atmosphäre und v.a. viele gute und interessante Vorträge.

Kündigungsgrund: Facebook

Januar 19, 2009 at 11:51 | In Facebook | 3 Comments

Aktuell geht der Fall des Mitarbeiters einer New Yorkes Kommunikationsagentur, der sich mit einem Tweet (vermutlich) um seinen Job und seinen Arbeitgeber (Ketchum) viel Renome gekostet hat, durch die amerikanische Blogosphäre. Nachdem schon genügend geschrieben wird, möchte ich die Sache nicht weiter ausbreiten, sondern mein persönliches Fazit auf etwas reduzieren, das auf schon auf E-Mails zutrifft: Geschriebenes wiegt schwerer als Gesprochenes. Folglich sollte man -auch wenn es nur 140 Zeichen sind- v.a. eines: Nachdenken!! Auch wenn man sich so cool findet, dass man sich selbst keyinfluencer nennt. Diese Namenswahl sagt wiederum auch einiges aus, finde ich. Nico oä. ist doch da gleich viel sympatischer. ;)

Wer jetzt denkt auf unserer Seite des Teiches würden sich nicht ähnliche Dinge abspielen, dem möchte ich an dieser Stelle einmal mit einer kleinen, aktuellen Fallstudie das Gegenteil beweisen:

Ich habe von der ganzen Geschichte gestern durch die Mail eines Freundes erfahren. Ich werde verständlicherweise keine Namen etc. nennen, um die Geschichte weniger abstrakt wirken zu lassen nehmen wir einfach einmal an mein Freund heisst Gero und arbeitet beim Goetheinstitut Genua.
In der Mail fand sich folgender Absatz:
“In der Arbeit hat es vergangene Woche ordentlich gerumpelt. Mein Chef, Marketing- und Kommunikations-Direktor, hat auf seinem Schreibtisch Auszüge aus der Website „facebook“ vorgefunden, auf denen Fotos zeigen, wie drei Fünftel unserer Rezeptions-Hühner, allen voran die Koordinatorin, die auf ihre Position als Chefin viel Wert legt, in Uniform im Hinterzimmer der Rezeption herumtanzen und in zum Teil äußerst diskussionswürdiger Art und Weise Spaß haben. Datum und Uhrzeit auf den Fotos lassen darauf schließen, dass es sich um einen ganz normalen Arbeitstag handelt. Mein Chef war vor allem einmal froh, dass die Fotos bei ihm und nicht bei irgendeinem Journalisten gelandet waren. Dann fand eine Reihe von persönlichen Gesprächen statt, in denen die verschiedenen Ansichten und Einstellungen erhoben wurden. In der Abteilungsleitersitzung wurden die Fakten ohne Nennung von Namen präsentiert und es wurde darum gebeten, die Mitarbeiter deutlich darauf hinzuweisen, dass das Internet, auch wenn es sich, wie im Falle
von facebook, um passwortgeschützte Netzwerk-Plattformen handelt, ein öffentliches Medium ist, in dem darauf zu achten ist, jegliche Art von Inhalten nur nach äußerst sorgfältiger Überlegung und Prüfung möglicher Konsequenzen zu veröffentlichen.”

Auf meine Nachfrage hin, ob ich über die Vorfälle bloggen dürfe hat Gero noch ergänzt:
“Hallo Alex,
[...]
Ich hab auf Deine Anfrage hin den Absatz noch einmal gelesen und denke, dass Du den veroeffentlichen kannst, bitte halt wirklich ohne Nennung von Namen oder Orten – es ist noch nicht oeffentlich, aber ein Rezeptions-Huhn (die Koordinatorin) wird gehen muessen. Grund dafuer – das ist vielleicht auch noch interessant – sind nicht nur die Fotos, sondern auch ihre Reaktionen darauf bei den Gespraechen unter vier Augen: waehrend die anderen zwei sofort gesagt haben, dass es ihnen sehr Leid tut und dass sie einen Fehler gemacht haben und einfach nicht nachgedacht haben, hat die erst einmal gemeint, dass das ja wohl nicht so schlimm sei, wenn man in der Arbeit ein bisschen lacht, und dass es sie aber vor allem interessieren wuerde, wer denn da die undichte Stelle gewesen sei, dass sie auch schon einschlaegige Vermutungen haette und dass sie Verrat viel schlimmer faende als Mitarbeiter, die Spass in der Arbeit haben.”

Ich finde dieses Beispiel zeigt sehr schön, wie wenig Erfahrung im Umgang mit Social Media immer noch vorhanden ist und, dass auch bei normalerweise vernünftig denkenden Menschen noch einige Lerneffekte notwendig sind.
Ich denke das wäre doch eine schöne Fallstudie für die Neuauflage unseres Buches. Vermute nur, dass Gero sich nicht darum reißen wird als Autor darüber zu stehen. ;)

IBM Beehive: Social Networking im Unternehmen (1/2)

Januar 19, 2009 at 12:27 | In CSCW, Enterprise 2.0, Facebook, Forschung, Konferenzen, Wissenschaft, social networking | 1 Comment

In meiner Dissertation beschäftige ich mich im Wesentlichen mit der Frage, welchen Herausforderungen sich ein Unternehmen gegenüber sieht, das Social Networking Services (SNS) im Intranet zur Vernetzung der Mitarbeiter einsetzen möchte (mehr hier (englisch)). Inzwischen habe ich drei Fallstudien erhoben: Accenture People Pages, SAP Harmony und IBM Bluepages.
Bei der IBM gibt es allerdings mehr als ein SNS (für die fast 400.000 Mitarbeiter). Aktuell macht vor allem eine Gruppe um Joan DiMicco (IBM Research Cambridge) von sich reden, die Mitte 2007 den SNS Beehive bei der IBM eingeführt hat.
In den letzten Wochen hat die Gruppe mehrere Forschungsergebnisse bzgl. der Einführung von Beehive auf angesehenen Konferenzen veröffentlicht, u.a. auf der CSCW ‘08 und der HICCS ‘09. Ich finde die Forschungsarbeit und die Ergebnisse der Jungs und Mädels dort hoch relevant (nicht nur für meine Diss) und die Beiträge sehr lesenswert.
Deswegen fasse ich im Folgenden einmal ein paar wesentliche Erkenntnisse zusammen:
A. Hintergrund
Vorbild für Beehive waren (wie auch in anderen Fällen) Plattformen wie facebook und LinkedIn. A priori war klar, dass an den internen SNS andere Anforderungen gestellt würden.
Es ist wichtig zu wissen, dass Beehive zu einer Zeit entwickelt wurde, als die Bluepages noch keine Möglichkeit zur Vernetzung boten. Trotzdem unterscheiden sich die beiden SNS, da es eine wichtige Idee hinter Beehive ist, keinen klaren Fokus auf das Berufsleben zu setzen, sondern die Grenzen von Arbeits- und Privatleben verschwimmen zu lassen.
Das CSCW-Paper beschäftigt sich mit der
B. Intention und Motivation zur Nutzung von Beehive
Zunächst einmal stellte die Gruppe fest, dass die Mitarbeiter statt dem In-Kontakt-Bleiben mit guten Bekannten (was für Nutzer von offenen SNS, wie facebook, den wichtigsten Grund darstellt) vielmehr am ‘(Wieder-)Entdecken’ von Kollegen interessiert sind, mit denen sie gemeinsame Interessen oä. verbinden. Die Möglichkeit IBM-Kollegen intensiver kennen zu lernen war für die meisten Befragten wesentlich interessanter, als das Kontakthalten mit Kollegen, mit denen sie zusammenarbeiten.
[Anmerkung: Dazu muss man wissen, dass man als IBM-Mitarbeiter zahlreiche Möglichkeit hat, in Kontakt zu bleiben. Hier muss besonders der IBM-Chat "Sametime" hervorgehoben worden, aber auch Blogs etc.]
Aus welchen Gründen wollten die Befragten nun Beehive nutzen? DiMicco & Co. fanden drei Hauptmotivatoren:
1. Sie wollten die Kollegen noch besser, persönlicher, kennen lernen. Hier wurde von den Befragten u.a. der hohe Wert persönlicher Fotos und gemeinsamer Erfahrungen (selbe Abstammung, selbe Uni, …) hervorgehoben, die dazu führen, dass man lieber mit einer Person zusammenarbeitet.
2. Einige Befragte waren sich durchaus der positiven Auswirkungen auf ihre Karriere bewusst. Diese vernetzten sich ganz bewusst “mit den richtigen Leuten” und brachten sich strategisch “in Position”.
3. Für manche Befragte stand nicht das eigene Vorankommen, sondern das Bekanntwerden eines Projektes oder Produktes im Vordergrund.

To be continued.
Fortsetzung folgt in einem weiteren Post…

Welche Fragen stellt sich die amerikanische Wissenschaft bzgl. des Einsatzes von Social Networking Services in Unternehmen?

Dezember 18, 2008 at 5:12 | In CSCW, Enterprise 2.0, Wissenschaft, social networking | 2 Comments

Am 9.11. fand im Rahmen der internationalen Konferenz CSCW 2008 ein sehr interessanter Workshop zum Thema Social Networking in Organizations statt.
Das Teilnehmerfeld setzt sich mehr oder weniger aus dem “who is who” der amerikanischen CSCW-Community im Bereich Social Networking zusammen. Umso trauriger, dass ich die Teilnahme kurzfristig absagen musste.
Trotzdem sind die Beiträge aller Teilnehmer (und unserer) hier online verfügbar. Und noch besser: Joan DiMicco, die den Workshop geleitet hat, hat auch die Ergebnisse der Diskussion der Teilnehmer online gestellt.
Ich finde die Ergebnisse des Workshops (nicht nur für meine Diss.) hoch relevant und habe diese deswegen einmal übersetzt und komplett umstrukturiert. In jedem Fall ist diese, die einzige groß angelegte Sammlung von Forschungslücken, die mir bekannt ist. Nicht alle angesprochenen Themen sind überraschend, aber doch ein paar und vielleicht helfen diese ja auch anderen, die sich mit der Thematik beschäftigen.
(Für alle, die zu faul sind keine Zeit haben alles zu lesen: die spannenden Ergebnisse sind unten bei B,C,D.)
Fehler bitte nicht behalten, sondern kommentieren.

Welche Fragen stellt sich die amerikanische Wissenschaft bzgl. des Einsatzes von Social Networking Services in Unternehmen?

A. Allgemeine Fragen und Forschungslücken (die nicht in B, C, D) vertieft werden
• Wie können SNS genutzt werden um Wissen zu gewinnen? Was sind die Mechanismen für die Erlangung von Wissen?

• Wie erreichen Benutzer ihre Ziele indem Sie SNS nutzen? Welche Bedürfnisse der Nutzer werden durch ein SNS erfüllt (emotionale / soziale / etc)?

• Was unterscheidet SNS von älteren, vorhandenen Technologien? Wie lassen sich bestehende Kommunikations-Theorien auf SNS anwenden? (Das Rad nicht neu erfinden – viele ähnliche (oder gar
dieselben) Probleme wurden schon in der Kommunikationsforschung identifiziert)

• Inwiefern sind SNS anders:
o Allgegenwärtigkeit, Ausmaße, collision, Selbstenthüllung (exposure)

• Verbreitung von SNS-Plattformen, Integration von bestehenden Plattformen
o Organisationen haben zu entscheiden, ob sie ein neues Werkzeug entwickeln und dieses in andere Plattformen integrieren oder ob sie ein vorhandenes externes Werkzeug verwenden

• Datenschutz, Sichtbarkeit, Berechtigungen aus der Benutzerperspektive

• Strategien für die virale Verbreitung

• Jährliche Leistungsbewertungen, Individuelle Effektivität gemessen am SNS

B. Beeinflussende Faktoren bei der Einführung eines SNS
1. Unternehmens-Struktur, Kultur, Hierarchie
2. persönlicher Nutzen aus Website, persönliche Motivation
3. Nutzbarkeit und Anpassbarkeit des Systems für verschiedene Zwecke
4. Netzwerk-Effekte, z. B. durch Verbreitung zunehmende Vernetzung („friending“)
5. Umfang der Website (klein, mittel, sehr groß?)
6. Ansprechende Möglichkeiten und Aufgaben auf der Website
7. Rolle der Gärtner und Evangelisten
8. Notwendigkeit einer kritischen Masse an qualitativ hochwertigen Inhalten
9. E-Mail und andere Push-Technologien um Nutzer zu erreichen
10. Feedback-Schleife für die Nutzer bzgl. ihres Verhaltens und dem anderer

C. Erfolgsmessung: ROI-, Sozial-Kapital, und andere Mehrwerte
• Wie lässt sich der Nutzen von SNS messen?
o ROI, quantitative finanzielle Vorteile (Gewinne / Einsparungen)
o ROI Unterschiede zwischen den Abteilungen eines Unternehmens
o Soziales Kapital & “team health measures”
o Messung von Beziehungen die über „Freundschaften“ hinaus gehen, Messung der Stärke von Beziehungen, Bedeutung der Beziehung im Organisations-Kontext
o Es gibt viele verschiedene Arten zu messen, darzustellen und zu interpretieren

• Festlegung von Erfolgszielen
o Beteiligungsquote, Anteil der viralen Verbreitung  Erwartungen und Benchmarks
Verbindungen
o Schwierig den Wert der Vernetzung zu bestimmen, oder gar bilanzierbar zu quantifizieren
o Visualisierung von Beziehungen kann bei der Bewertung hilfreich sein
Ansatz: Wert mit anderen bestehenden Unternehmens-Initiativen verknüpfen

• Social Networking-Fähigkeiten über Facebook Connect mit einem mit einem bestehenden Werkzeug verbinden
Einsatz wenn sich Notwendigkeit zeigt [Ist mir noch nicht ganz klar: 25% adoption tipping point may be a turning point in terms of measurement of success. After this level, becomes part of business?]

D. Moderation und Begleitung, angemessenes Verhalten, Rolle des Management
• Wie wirkt sich Moderation (Kontrolle der Inhalte z. B. bei unangemessenem Verhalten) in einem corporate SNS aus? Welche Rolle spielen policies (Richtlinien)? Welche Konflikte entstehen durch die Überlagerungen von Hierarchien durch Interaktionen in SNS?
o Mit SNS können Organisationen unterschiedliche Nachrichten und Werte vermitteln
o Fragen des Marketings und der Überzeugung (persuasion), redaktionelle Rollen

• Zwei verschiedene mögliche Ansätze: Monitoring vs. Moderation
Was ist unangebracht?
o unterschiedlich je nach Unternehmen und Unternehmenspolitik (bzw. Richtlinien), z.B. bei IBM: „non-enforcement“
o eine mögliche Lösung: extreme Konfigurationskontrollen für die Admins, z. B. bei SelectMinds: viele mögliche Inhalts-Kontrollen, die nach und nach abgeschaltet werden, wenn unangebrachtes Verhalten nicht auftritt

• Kontrollen – Fluch oder Segen?
o Verschiedene Ebenen der Moderationsmöglichkeiten, z. B. Liste “verbotener Worte”
o Forschungslücke!

• Die Grenzen von Verantwortlichkeiten und bzgl. der Awareness sind noch nicht ausreichend erforscht
o Wie wirkt sich Informationsteilung (sharing) auf den Mitarbeiter aus?
o Wer interessiert sich für die Inhalte? Wer sieht was?
Vielleicht nur das Verhalten, das rechtliche Probleme für das Unternehmen mit sich bringt maßregeln, und dafür möglicherweise unangemessenes Geschäfts-Verhalten (”business inappropriate” behavior) ignorieren?

Enterprise 2.0 ist tot … es lebe Enterprise 2.0

Dezember 11, 2008 at 5:30 | In Enterprise 2.0, Konferenzen, Wissenschaft, diverses | Leave a Comment

‘Vorwort’
Vermutlich geht es jedem bloggenden Doktoranden ähnlich. Je mehr sich die Schlagzahl (bzw. Seitenzahl) der Diss erhört, desto eher fallen andere Dinge unter den Tisch. Und ganz vorne auf der Liste dieser ‘Dinge’ ist halt auch der Blog. Wenn man schon sinnlos Text produziert, dann soll der wenigstens ins Pamphlet. ;)
Außerdem stimme ich denen zu, die schon lange behaupten, dass sich die Posts reduzieren, wenn man twittert.
Trotzdem möchte ich den Blog nicht sterben lassen. Erstens, weil die letzten (fast) 2 Jahre bloggen schon ziemlich spaßig waren. Und zweitens, weil sich täglich einfach zu viele Besucher auf den Blog verirren und ich mir denke, vielleicht fange ich doch mal noch was mit dem Blog an.

‘Einleitung Haupteil Schluss’
Deswegen werde ich ca. 1,2 pro Monat eher zusammenfassen, was sich so tut. Aktuell tut sich bei uns v.a. beim Thema Enterprise 2.0 was (siehe Titel).
- Wie ich drüben bei CSCM schon geschrieben habe, wird es bald eine zweite Auflage unseres Buches geben, weil sich die erste “zu gut” verkauft. Deswegen habe ich diese Woche schon mit ein paar Personen telefoniert, die Spannendes rund um die Einführung von Social Software in einem Unternehmen zu berichten haben. Idee ist es, wie in der ersten Auflage, diese auf 1,2 Seiten im Rahmen einer Fallstudie mit ihren Erfahrungen zu Wort kommen zu lassen. Ich freue mich schon darauf, die Cases zu lesen.
- Für die, die mit Enterprise 2.0 nicht so viel anfangen können, haben wir einen Beitrag geschrieben, in dem diese sich eher wiederfinden dürften. “Enterprise 2.0 entlarvt” ist nun im Web-Magazin “Business Technology” erschienen.
- Konferenztechnisch war im November nicht ganz so viel los (macht gar nix, siehe erste Zeile). Leider musste ich eine Reise zur CSCW08 nach San Diego absagen. Mein einziger Vortrag im letzten Monat (bei einem Symposium der Telekom) hatte trotzdem welches Thema? Na klar, Enterprise 2.0. ;)

Ansonsten sind gerade ein paar Projekte in der Pipeline, auf deren Ergebnisse ich mich schon freue. Eines davon ist mit mixxt und das Ergebnis unserer Mühen wird man auf der Webinale 09 bestaunen können. Mehr dazu demnächst.

Ansonsten heißt es die nächsten 1,2 Wochen erstmal Weihnachten feiern. In diesem Sinne: Allen Lesern eine frohe Vorweihnachtszeit.

Über den Zusammenhang von Sprache und Reviewergebnissen in der deutschen Wirtschaftsinformatik(forschung)

November 19, 2008 at 10:03 | In Forschung, Konferenzen, diverses | Leave a Comment

Ich habe gestern nachmittag kurz Zeit gefunden zusammen mit unserer studentischen Hilfskraft Stefan alle 139 angenommenen Einreichungen der WI 2009 auf einen einzigen Sachverhalt auszuwerten: Die Wahl der Sprache des Beitrags und die Korrelation mit der “beurteilten Qualität”.

Zum Hintergrund: Die alle zwei Jahre veranstaltete Internationale Tagung Wirtschaftsinformatik ist die größte Fachtagung für Wirtschaftsinformatik im europäischen Raum. Effektiv nehmen an der Konferenz aber fast ausschließlich Forscher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Auf Forscher anderer europäischer Länder trifft man z.B. auf der (englischsprachigen) europäischen Konferenz ECIS.


[Eines vorweg: Dass es eine tolle Sache ist sich dank der "Weltsprache" englisch auf einer internationalen Tagung mit Menschen aus vielen Ländern austauschen zu können, steht außer Frage, und ist nicht Thema dieses Posts. Mir geht es im Folgenden um einzig um die Tatsache, dass man sich auf einer rein deutschen Konferenz immer mehr englische Beiträge findet.]

Daten:
Ausgewertet haben wir alle angenommenen 139 Beiträge (hier verfügbar). Davon sind 19 für den “Best Paper” (besten Beitrag) nominiert.

Ergebnisse:
Die Ergebnisse der Auswertung sind mehr als deutlich.
Von 139 angenommenen Beiträgen sind 58 auf englisch verfasst. (= 42%)
Und jetzt: Von 19 für den “Best Paper” normierten Beiträgen sind 14 auf englisch verfasst. (= 74%)!!
Oder nochmal anders formuliert: Von den deutschen Beiträgen (81) wurden 6% (5) für den “Best Paper” normiert, von den englischen Beiträgen (58) 24% (14)!

Conclusio:
Aus den Ergebnissen kann man je nach Betrachtungsweise zweierlei Erkenntnisse gewinnen:
Entweder: Eine in der englischen Sprache verfasste Einreichung ist i.d.R. von höherer Qualität.
Oder: Eine in der englischen Sprache verfasste Einreichung wird i.d.R. besser gereviewt.

Oder wie ich glaube: Beides. Ein paar Gedanken dazu:

Es mag tatsächlich so sein, dass jemand, der von seiner Forschung überzeugt ist, sich auch gleich die Mühe macht, den Beitrag zu übersetzen. Vielleicht, weil er mit dem Gedanken spielt den Beitrag später auch noch in einem englischsprachigen Journal zu veröffentlichen. Oder, weil Mitglieder der Forschungsgruppe nicht dt.-sprachig sind. Oder, weil er glaubt Forscher anderer Länder würden sich in den Proceedings der WI umsehen (was ich nicht für ausgeschlossen halte). Und jemand der von der Qualität seiner Arbeit überzeugt ist, ist dies ja vielleicht auch zu Recht.

Gleichzeitig glaube ich aber, dass von zwei (bis auf die Sprache) gleichen Beiträgen von einem dt. Reviewer zu 90% der englisch-sprachige Beitrag bevorzugt wird. Warum? Weil 90% der Reviewer eben nicht 3 Jahre in Boston verbracht haben und nicht die Nuancen in einem engl. Beitrag unterscheiden können, wohl aber in einem deutschen Beitrag? Oder weil man sich als Reviewer leichter von einem englischen Beitrag beeindrucken lässt?
Stimmt diese Hypothese, bedeutet dies, dass man auf einer deutschsprachigen Konferenz (denn das ist die WI, weil es niemanden auf der Konferenz gibt, der einen dt. Beitrag nicht versteht) dazu verleitet ist, nur noch englisch zu publizieren.

Bitte nicht falsch verstehen. Ich finde es völlig legitim auf einer dt. Konferenz einen engl. Beitrag einzureichen. Aber ich sehe es als Problem, dass man mit einem dt. Beitrag auf einer dt. Konferenz potentiell schlechter bewertet wird.

Ich persönlich fände es schade, wenn nur noch auf englisch publiziert wird.
1. Egal, ob man schreibt oder liest: In einer Fremdsprache (auch in der Forschung) gehen immer Nuancen und damit Inhalte verloren.
2. Muttersprachliche Paper lesen geht einfach viel schneller und einfacher. Leider kenne ich keine Untersuchung dazu, aber ich würde die Wette halten, dass bis zu 30% der Produktivität verloren gehen, wenn man sich künftig mit tausenden anderen deutschen Forschern nur noch auf englisch austauschen kann.
3. Ich bin mir 100% sicher, dass es einige (egal ob Forscher oder Studenten) gibt, denen damit eine zusätzliche (Motivations)Hürde in den Weg gelegt wird.
4. Ich mag die deutsche Sprache. ;)

Vielleicht liege ich auch komplett daneben? Freue mich über kritische Kommentare.

P.S.: Unser (deutscher) Beitrag wurde zwar angenommen (*jubel*) und nicht als Best Paper nominiert, aber das war nicht der Grund für die Untersuchung. ;)

P.P.S.: Ich vermute es wurden insgesamt über 600 Beiträge eingereicht (von denen 139 angenommen wurden). Wie die Quote engl./dt. bei allen Einreichungen war, wäre natürlich auch sehr spannend gewesen, ist aber nicht verfügbar.

Politische Woche zum Thema Überwachungsstaat

November 15, 2008 at 7:35 | In diverses | 2 Comments

Die letzten 2,3 Wochen wurde ja in dt. Blogs (und v.a. bei Twitter) eigentlich überwiegend ein Thema diskutiert: Die Wahlen in den USA.
Kaum ist Obama gewählt, wendet man sich in der dt. Blogosphäre wieder der eigenen Politik zu. Und da wird es ja auch nicht langweilig. Ganz im Gegenteil.
Der Versuch die aktuellen Entwicklungen der letzten Tage zu sammeln:
Zum einen war da die Wohnungsdurchsuchung bei einem freien Journalisten, weil er eine Anleitung zum Bombenbauen ins www gestellt hatte. Robert Basic hat diese gleich mal genutzt hat, um eine Grundsatzdiskussion über Politikbloggen in Deutschland anzuzetteln. Den Erkenntnisgewinn fand ich jetzt nicht soo riesig, aber ein paar “learnings” zu Bloggen und Politik waren für mich auf jeden Fall dabei.

Dann war da so ein “linker” (i.S.v. Politiker “der Linken”) Spaßvogel namens Lutz Heilmann, der es allen ernstes geschafft hat, dass wikipedia.de nicht mehr auf de.wikipedia.org weiterleiten darf.
Grund: Der Artikel enthielte Unwahrheiten. So kann man die Unwahrheiten natürlich auch einer möglichst großen Menge an Leuten bekannt machen. Super auch: Das hier.
[Update: Bei der SZ hat man es leider wieder mal gar nicht verstanden: "Denn der schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete Lutz Heilmann von der Linkspartei hat beim Landgericht Lübeck erwirkt, dass der Betrieb von wikipedia.de vorerst eingestellt werden muss." Falsch, falsch, falsch.
Warum schreiben da eigentlich immer Leute, die www für die Abkürzung von worldwide wildlife halten.]

Und schließlich gab es da ja noch am Mittwoch die Abstimmung zum BKA-Gesetz. Zu diesem wie auch den meisten anderen politischen Themen lohnt sich ein Blick auf den Blog Netzpolitik. Wollte ich eh lange schon mal schreiben: Was die Jungs von Netzpolitik, allen voran Markus, leisten, um Politik transparent zu machen ist wirklich großartig. Ich darf in diesem Zusammenhang an die Lobbyarbeit von Markus & Co. in Brüssel zum Thema Telekompaket erinnern.

Ist Wikipedia zitierfähig?

Oktober 31, 2008 at 12:24 | In Uncategorized | 2 Comments

Über Benedikt bin ich gerade auf einen Post gestoßen, der von einem Züricher Kolloquium berichtet, bei dem man sich o.g. Frage gewidmet hat. Nachdem ich inzwischen auch schon die ein oder andere Diplomarbeit und Seminararbeit betreut habe, habe ich natürlich auch eine Meinung dazu.
Ich finde ein Vergleich von Taschenrechner und Wikipedia aus dem o.g. Post passt gut als Einstieg:

Zum Ende stellten die Referent noch die (rhetorische) Frage, ob im Zeitalter von Wikipedia die x-te Zusammenfassung über die «Theorie des Nachrichtenwerts» noch eine geeignete Aufgabenstellung sei. Dabei brachte Nando Stöcklin gegenüber der Aussage, Zusammenfassungen zu schreiben sei ein wichtiges Element des Lernprozesses, ein interessantes Argument vor: Vor der Einführung des Taschenrechners sei auch die Bedeutsamkeit des Rechnens von Hand betont und geschult worden – und nun sei in der Mathematik die Gewichtung der Fähigkeiten eben neu austariert worden.

Wikipedia als Informations-Taschenrechner?
Es stimmt, dass der Taschenrechner “die Mathematik verändert” hat. Aber ausschließlich zum positiven? Als Schüler fand ich es super, wenn ich in der Klausur 11X14 in den Taschenrechner tippen konnte. Aber mir persönlich ist es peinlich, wenn ich sehe, wie toll ältere Generationen Kopfrechnen können und wie lange ich für die selbe Rechnung brauche. Ich finde es ist ausschließlich positiv zu bewerten, wenn man für das Einmaleins nicht gleich den Taschenrechner braucht und bin (fast!) traurig, dass wir als Schüler nicht ein bisl mehr mit Kopfrechnen getriezt worden sind.
So oder so: Bevor man einem Schüler einen Taschenrechner gibt, sollte er bewiesen haben, dass er auch “zu Fuß” zurecht kommt.
Und bevor man Studenten aus Wikipedia zitieren lässt, sollten diese bewiesen haben, dass sie überhaupt verstanden haben, warum man zitiert.
Ein Taschenrechner verrechnet sich nicht. Aber steht in Wikipedia immer das Richtige?
Bevor ein Student nicht verstanden hat, warum man Aussagen mit Quellen belegt und solange dieser nicht dafür geschärft ist, nach der Qualität einer Quelle zu fragen, sollte er auch nicht aus Wikipedia zitieren (dürfen)… [Ausnahmen bestätigen die Regel und einmal ist keinmal. ;) ]
Das gilt aus meiner Erfahrung übrigens für mindestens die Hälfte der Diplomanden. Und die anderen sind interessanterweise die, die gar kein Problem damit haben, auch ohne Wikipedia zurecht zu kommen bzw. die gar nicht auf die Idee kämen, nur aus Wikipedia zu zitieren.

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